Wer kennt ihn nicht, den Stephansdom als Wahrzeichen Wiens? Gegenüber spiegelt er sich seit 1990 in der Glasfassade des Haas-Hauses von Hans Hollein. Als erster Österreicher erhielt der Architekt 1985 den Pritzker Preis, den weltweit renommiertesten Preis im Bereich der Architektur. 1979 wurde der Preis vom amerikanischen Paar Jay und Cindy Pritzker (Besitzer der Hyatt-Hotelkette) erstmals gestiftet. Die jährlich vergebene Auszeichnung ist mit 100.000 Dollar dotiert und ist vergleichbar mit dem Nobelpreis für Naturwissenschaften. Zur Reihe der Preisträger zählen Philipp Johnson, Richard Meier, Frank Gehry, Renzo Piano, Norman Foster, Rem Koolhaas u.a.
Holleins Haas-Haus ist nur eines von vielen spektakulären Bauwerken, das Wien trotz barocker Pracht zu einer modernen Stadt macht. Der Pionier der Postmoderne schuf neben Geschäftslokalen wie Juwelier Schullin (1984) und Lichtproduzent Zumtobel Staff (1996) auch die Rampe der Albertina (2003), der Umbau des Hilton Hotels (2002) und diverse Bürotürme wie den „Mediatower“ (2001) am Donaukanal sowie Türme für die Baugesellschaft PORR am Laaer Berg (2003) in Wien.
Das Schweizer Architektenteam Jacques Herzog und Pierre de Meuron stellte 1991 eine Wohnanlage am Stadtrand Wiens in der Pilotengasse fertig. Die auf Stelzen gestellten Einfamilienhäuser in der aus über 200 Objekten bestehenden Siedlung erhielten durch den erdigen Anstrich einen unmittelbaren Bezug zu Grund und Boden. 2001 wurden sie mit dem Architekturpreis ausgezeichnet. Die aus dem Irak stammende Architektin Zaha Hadid, entwarf das auf Stelzen gestellte Wohnhaus an der Spittelauer Lände über den historischen Stadtbahnbögen von Otto Wagner, das 2005 vollendet wurde. Hadid unterrichtet an der Wiener Universität für angewandte Kunst und erhielt 2004 als erste und bislang einzige Frau den Pritzker-Preis.
Jüngster Preisträger ist der französische Stararchitekt Jean Nouvel, die Auszeichnung wurde ihm 2008 für sein Lebenswerk zuteil. In Wien hat er einen markanten Wohnbaukomplex mit E-förmigem Grundriss und mediterranem Flair 1998 im 21. Bezirk geschaffen. Sein herausragendes Werk ist jedoch einer der vier historischen Gasbehälter in Simmering – ein markantes Beispiel der Industriearchitektur in dem 2001 entstandenen neuen Stadtteil. Nouvel hat das Innere des Gasometers A nicht komplett verbaut, sondern Wohnflächen in Türmen geschaffen, die sich ans Innere der Außenmauer schmiegen. Visuelle Leichtigkeit entsteht durch das Glasdach und die Materialien wie Glas und Stahl.
1., Graben, Ecke Stephansplatz
1., Albertinaplatz 1
1., Kohlmarkt 7
1., Jasomirgottstraße 3-5
2., Obere Donaustraße / Taborstraße 1-3
3., Stadtpark 1
9., Spittelauer Lände 10
10., Absberggasse 47
11., Guglgasse 11
21., Leopoldauer Straße 168
22., Pilotengasse 30