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Weil in Wien der Tod zum Leben gehört, wurden Begräbnisse unter dem Motto "a schöne Leich" zelebriert. Nicht zuletzt deshalb sind die Friedhöfe nicht einfach nur Grablegen, sondern schöne Anlagen, die das Stadtbild bereichern. Allen voran der Wiener Zentralfriedhof. Mehr als zwei Quadratkilometer groß, finden sich hier insgesamt 330.000 Grabstellen. Neben den österreichischen Bundespräsidenten sind hier auch andere berühmte Österreicher begraben: Ludwig van Beethoven, Franz Schubert oder Arthur Schnitzler. Die Gräber Prominenter finden sich auch auf dem Hietzinger Friedhof (Gustav Klimt und Otto Wagner) und auf dem Friedhof St. Marx (Wolfgang Amadeus Mozart).
Klingende Namen sucht man am Friedhof der Namenlosen beim Alberner Donauhafen vergeblich. Hier wurden jene begraben, die zwischen 1845 und 1940 von der Donau angeschwemmt worden waren und deren Identität nicht geklärt werden konnte. Der Friedhof Kahlenbergerdorf liegt hingegen mitten im Wald. 1783 angelegt, sind dort heute noch schöne Biedermeiergräber anzufinden.
Auch in den Kirchen Wiens befinden sich Grabstätten; die schaurigste in der Michaelerkirche. In den Katakomben herrschen besondere klimatische Verhältnisse, die die begrabenen Körper nicht verwesen lassen. Hunderte bemalte Särge und mumifizierte Leichen sind noch zu sehen. Im Stephansdom hingegen wurden zahlreiche Edelleute beerdigt: Prinz Eugen etwa oder Kaiser Friedrich III. in einem riesigen Marmorsarkophag im Seitenschiff. In den Katakomben des Doms liegen neben den Wiener Kardinälen und Erzbischöfen auch einige Habsburger aus dem Mittelalter begraben; unter ihnen Herzog Rudolf IV. der Stifter. Die meisten Habsburger sind allerdings in der Kaisergruft am Neuen Markt beigesetzt. Insgesamt 149 Mitglieder des ehemaligen österreichischen Kaiserhauses haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, darunter zwölf Kaiser und 19 Kaiserinnen.
Einen umfassenden Überblick über das Bestattungswesen in Wien liefert auch das Bestattungsmuseum, das etwa 1.000 Objekte zeigt.
Morbides Wien
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