Spanische Hofreitschule
© WienTourismus/Paul Bauer

Das waren Wiens 2010er Jahre

Die 2010er Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Und was für welche: Wien ist lebendig, kreativ und jung. Wien hat seine Rolle als mitteleuropäische Drehscheibe in der vergangenen Dekade konsequent ausgebaut. Neue Museen, Bahnhöfe und U-Bahn-Trassen sind entstanden, aber auch jede Menge zeitgenössische Architektur und eine vielfältige Gastro-Szene. Was die 2010er auch waren: eine Dekade der internationalen Großveranstaltungen und der besonderen Rekorde und Auszeichnungen. Es wurde getanzt, gefeiert und geschwitzt. Ein Rückblick auf eine überaus bewegte Dekade.

Lebenswerte Stadt: Die Nummer eins gepachtet

Wien hat in den 2010ern geschafft, was zuvor keiner anderen Metropole weltweit gelungen ist, und wohl auch nicht so schnell gelingen wird: In jedem Jahr des zu Ende gehenden Jahrzehnts wurde Wien im Quality-of-Living-Ranking von Mercer zur lebenswertesten Metropole des Planeten gewählt. Eine Siegesserie, die so niemand voraussagen konnte. Dementsprechend liegt die Latte für die 2020er sehr hoch. Doch angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre sind wir zuversichtlich, das Niveau in Sachen Lebensqualität zu halten. Mächtig stolz sind wir sowieso.

Picasso, Bruegel und Co: Das Jahrzehnt der Kunst-Kapazunder

Was 2010 mit Frida Kahlo im Bank Austria Kunstforum begonnen hat, mündete 2019 in großen Ausstellungen zu Albrecht Dürer in der Albertina sowie Caravaggio & Bernini im Kunsthistorischen Museum Wien. Die 2010er waren das Jahrzehnt der großen Blockbuster mit internationaler Strahlkraft. Die Besucher der großen Ausstellungshäuser haben sich mitunter die Beine in den Bauch gestellt. Die Liste liest sich mehr als beeindruckend: Picassos Werke waren zu sehen, aber auch jene von Bruegel, Rubens, Michelangelo, Raffael und Lucian Freud.

Song Contest bis Europride: Die Dekade der Großevents

Conchita Wursts fulminantem Song Contest Sieg 2014 sei Dank hat der Song Contest 2015 in Wien stattgefunden. So bunt und ausgelassen wie im Mai 2015 war Wien schon lange nicht mehr. Geblieben sind nicht nur Erinnerungen an einen mit Perfektion inszenierten Event. Auch die im Rahmen des ESC montierten Wiener Ampelpärchen, die im öffentlichen Raum zu mehr Toleranz aufrufen, gingen um die Welt. Genauso hat die EuroPride im Jahr 2019 Wien einmal mehr als offene und aufgeschlossene Metropole präsentiert.

Auch der Sport hatte Wien fest im Griff: Die weltweit größte Veranstaltung für jüdische Sportler, die Makkabi-Spiele, gingen 2011 erstmals in einem Land über die Bühne, das während der NS-Zeit Teil des Deutschen Reiches war. Im gleichen Jahr fand in Wien die American Football Weltmeisterschaft statt. Im Jahr 2017 war Wien Austragungsort der FIVB Beachvolleyball WM. Und 2019 ist im Wiener Prater mit Eliud Kipchoge erstmals ein Sportler die Marathondistanz in weniger als zwei Stunden gelaufen.

Kunst, Kultur und Kurioses: Wiens Museen im Wandel

Jede Menge Impulse gab es auch für die Wiener Ausstellungs- und Museumslandschaft. Seit 2013 sind die Exponate der Kunstkammer im Kunsthistorischen Museum wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Aus dem 21er Haus wurde das Belvedere 21. Neu oder neu gestaltet sind auch das Weltmuseum, das Haus der Geschichte, das Stadtpalais Liechtenstein, die Brotfabrik im 10. Bezirk, das Viktor-Frankl-Museum, das Augarten Porzellanmuseum, die Klimt-Villa, das Verkehrsmuseum Remise, das Literaturmuseum der Nationalbibliothek und das Bestattungsmuseum übersiedelte auf den Zentralfriedhof.

Rundumerneuerte Stadt: Ganz großer Bahnhof für Wien

Wiens Infrastruktur hat sich in den 2010ern rundum erneuert. Und wie: 2014 ging der neue Hauptbahnhof in Betrieb und hat Wien zur mitteleuropäischen Bahndrehscheibe gemacht. Der Westbahnhof erstrahlt seit 2011 in neuem Glanz. Der Neubau des Bahnhofs Wien Mitte ging 2013 zu Ende. Auch in Sachen U-Bahn hat sich viel getan. Seit 2013 fährt die U-Bahn-Linie U2 bis in die Seestadt Aspern. Im Jahr 2017 wurde die U1-Verlängerung nach Oberlaa eröffnet. Jede Menge Grund zum Jubeln haben Wiens Fußgänger: Wiens größte Einkaufsstraße, die Mariahilferstraße, wurde Mitte der 2010er zur Fußgänger- und Begegnungszone. Ein Trend, der sich fortsetzte: Auch die Rotenturmstraße, die Otto-Bauer-Gasse und die Lange Gasse laden seit kurzem zum Flanieren ein.

Von Beats bis Gitarren: Das Wiener Popwunder

Nach popkulturellen Exportschlagern wie Falco in den 1980er Jahren und Kruder & Dorfmeister in den 1990ern hat sich Wien erneut auf der internationalen Poplandkarte etabliert. Bilderbuch und Wanda haben den deutschsprachigen Raum erobert. Mit Voodoo Jürgens steht bereits der Nachfolger Wandas am Start, was die internationale Verbreitung des Wiener Lokalkolorits betrifft. Auch Rapper RAF Camora stürmte die deutschen Charts. Zudem hat Wien mit dem jährlich vor der Karlskirche ausgetragenen Popfest und dem Showcase-Festival Waves Vienna zwei neue Popveranstaltungen erhalten, die Wiens popkulturelle Dynamik unterstreichen.

Rasante Modernisierung: Neue Viertel für Wien

Dass Wien wächst und sich schön langsam in Richtung Zwei-Millionen-Marke bewegt, zeigt sich in Form riesiger Stadtentwicklungsgebiete wie dem Sonnwendviertel und der Seestadt Aspern, die angesichts ihrer Dimension europaweit ihresgleichen sucht. Mit dem Campus WU hat Wien 2013 ein sehenswertes Universitätsviertel im Zeichen der zeitgenössischen Architektur erhalten. In unmittelbarer Nähe entstand das ebenso bemerkenswerte Viertel Zwei. Auch große internationale Architekten haben in den 2010ern in Wien gebaut. Jean Nouvel errichtete am Donaukanal den Design-Tower, der 2010 in Betrieb ging. Renzo Piano baute Hochhäuser auf Stelzen, nahe des Hauptbahnhofs.

Wien bleibt einzigartig: Weltkulturerbe am laufenden Band

Die Unesco ist in den 2010er Jahren kaum hinterhergekommen typisch Wienerisches den Status des Weltkulturerbes zu verleihen. Den Beginn machte 2010 der Wiener Dudler, eine besondere Form des Jodelns. Im Jahr darauf folgte die Kaffeehauskultur. 2015 war die Spanische Hofreitschule an der Reihe. 2017 ging es Schlag auf Schlag: Die Wiener Sängerknaben, der Wiener Walzer und die besondere Wiener Stimmung der Zither wurden zum Weltkulturerbe. Und letztlich reihte sich dieses Jahr die Heurigenkultur in diese Liste ein. Wohl sein.

Exzellent und vielfältig: Wiens Gastronomie

Gut gegessen hat man in Wien immer schon, doch Wiens Gastronomie hat in jeder Hinsicht einen Höhenflug erlebt. Mit dem Amador hat erstmals ein Wiener Restaurant vom Guide Michelin drei Sterne verliehen bekommen. Auch die gastronomische Vielfalt erlangte ungekannte Dimensionen: Die Lokalszene in den Bezirken Neubau und Mariahilf ist jung, kreativ und lebendig. Nicht nur im Zentrum wird auf höchstem Niveau gegessen. Beste Beispiele sind die Wirtschaft am Markt im 12. Bezirk, Herzig im 15. Bezirk, Mraz & Sohn im 20. Bezirk und das Bootshaus an der Alten Donau im 22. Bezirk.

Das nachhaltige Jahrzehnt: Es grünt so grün

Wien hat in den 2010ern die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf vielen Ebenen auf Nachhaltigkeit. Mit dem Kunst Haus Wien hat die Stadt ihr erstes grünes Museum erhalten. Ökologie steht hinsichtlich des Betriebs im Vordergrund. Ein Ansatz, der sich etwa in Form von Bienenstöcken auf dem Dach des Museums zeigt. Bienen summen seit den 2010ern aber auch auf den Dächern der Staatsoper, auf dem Konzerthaus und dem Kunsthistorischen Museum Wien. Genauso werden Fassadenbegrünungen das gezielte Kühlen von Hitze-Hot-Spots immer mehr zum Thema, um in den heißen Monaten für ein angenehmes Mikroklima zu sorgen. Themen, die Wien auch in den 2020er Jahren stark beschäftigen werden. Apropos: Willkommen 2020!  

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