Josef Hoffmann, Becher, 1922 und 1923 von der Böhmischen Manufaktur für die Wiener Werkstätte formgeblasen

Genuss mit Stil

Eine Weinflasche ist mehr als ein Behältnis – sie ist das Kunstwerk, das man noch vor dem ersten Schluck genießt. Und so ist auch das Etikett mehr als bloß eine Beschriftung: Es ist ein Versprechen.

Voller Ehrfurcht und mit liebevoll gestalteten Zeichnungen verneigt sich das Weingut Lenikus vor den einstigen Bewohnern der Weinberge. Die Urzeit-Tiere haben hier gelebt, als das heutige Wiener Becken noch ein Meer war. Sie prägten den Boden und den Charakter des Weins.

Die Etiketten vom Weingut Cobenzl spiegeln gelebtes Brauchtum. Als perfekte Begleiter zur traditionellen Wiener Küche schmücken sich die Classic-Weine mit den Bildern bedeutender Wiener Sehenswürdigkeiten. Im historischen Weingarten „Liesenpfennig“ in den Parkanlagen von Schloss Schönbrunn werden seit wenigen Jahren auch wieder Trauben gelesen. Das Ergebnis kann sich trinken – und sehen – lassen, denn die Flaschen des Liesenpfennigs tragen das Konter-fei Maria Theresias.

Der elegante Roséwein aus Pinot-Noir-Trauben vom Weingut Mayer am Pfarrplatz erinnert  mit einem Augenzwinkern an Schnitzlers süßes Mädel aus der Vorstadt.

Eine Gesamtkomposition, die mit der lachsrosa Farbe des Weins beginnt, sich am verspielten Etikett fortsetzt und sich im Trinkgenuss vollendet. Und erst der Name: Fräulein Rosé von Döbling.

Mit Individualität, Engagement und einer Prise Wiener Schmäh etikettiert die Quereinsteigerin Jutta Ambrositsch ihre Produkte. So nennt die gelernte Grafikerin einen ihrer Weißweine schlicht: „Ein Liter Wien“ – mehr gibt es auch nicht zu sagen.

Das Weinglas – kostbares Drumherum

In früheren Zeiten prosteten die einfachen Leute einander mit schlichten Fasslbechern zu, die Kaiserfamilie trank aus mundgeblasenen Kelchen. Glaskunst hat in Wien eine lange Tradition, noch heute wird das kostbare Trinkgeschirr der Habsburger für besondere Empfänge des Bundespräsidenten verwendet.

Besonderes Augenmerk auf Tischkultur legten die Jugendstil-Designer der Wiener Werkstätte, allen voran Josef Hoffmann. In Zusammenarbeit mit den Vertretern der frühen Moderne schuf die traditionelle Glasmanufaktur Lobmeyr zahlreiche Trinkgläser-Serien, die bis heute hergestellt und verkauft werden.

Ein Achterl Erinnerung

Zum Kundenkreis des einstigen k. u. k. Hoflieferanten Lobmeyr zählen nicht nur Königshäuser und Hochadel – auch Peter Falk alias Inspektor Columbo erstand hier ein Mitbringsel für seine Frau. Nach wie vor arbeiten die renommiertesten Designer für den Wiener Glashersteller – unter anderem sind das heute Stefan Sagmeister, Helmut Lang oder Ted Muehling. Fast zu schön zum Verschenken ist die vom Design-Duo Polka entwickelte Serie.

Was einmal beim Heurigen als gewöhnliches Trinkbehältnis galt, ist inzwischen Kult. Das Design-Label Das Goldene Wiener Herz hat sich auf die moderne Neuinterpretation eines bewährten Klassikers spezialisiert und des traditionellen Fasslbechers angenommen. Mit Echtgold veredelt, gelten diese Trinkgefäße als originelle und zugleich kost-bare Souvenirs.

Tipp

Ein Fixpunkt an lauen Sommerabenden ist die Summerstage bei der Rossauer Lände. Im Juli findet hier das Wein- und Kulturfestival statt. Zahlreiche Wiener Winzer bieten Topweine zur Verkostung an, Spitzenköche kreieren Wein-Menüs und dazu gibt’s Literaturlesungen und Live-Musik.

Text: Elisabeth Freundlinger

J. & L. Lobmeyr

Kärntner Straße 26 , 1010 Wien

Das goldene Wiener Herz

Kirchberggasse 17, 1070 Wien

Summerstage

Donaukanal, U4 Rossauer Lände, 1090 Wien
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