Tresen der Miranda Bar

Shake it Baby!

Stundenlang köcheln in so mancher Cocktailbar neuerdings selbstgemachte Essenzen am Herd. Die Barszene setzt derzeit auf Drinks mit hausgemachten Limonaden, Infusionen, Sirupen und Likören. „Cuisine Style“ nennt sich dieser Trend. Das Einkochen erlebt eine neue Blüte und Bartender werden zu Köchen. So zum Beispiel in der Barrikade in der Marktwirtschaft. Hier stehen große Einmachgläser mit eingelegten Früchten, Wurzeln und angesetzten Likören herum und sind keinesfalls nur Dekoration. Sogar das Tonic Water wird in der Barrikade selbst gemacht. Die Cocktails mit Roter Rübe und Kren sind besonders abgefahren.

Kräuterbeet im Cocktailglas

Auch im Heuer am Karlsplatz zieren riesige Einmachgläser die Regalwand im Lokal. Spezialität des Hauses sind Fruchtsirupe auf Essigbasis, so genannte Shrubs. Das selbst Angesetzte und Eingelegte findet seinen Weg sowohl in die Restaurantküche als auch an die Bar. Die Kräuter kommen direkt aus dem angeschlossenen Karls Garten. In der Bar Botanical Garden ist der Name Programm: Die Kräuter und Gewürze für die selbst gemachten Infusionen und Säfte werden direkt in der Cocktailbar gezogen, von der Decke hängen Kräuterkästen.

Hommage an Wien

Bartender am Herd sind aber nur eine Facette der neuen Mixkunst. Viele bringen auch mit lokalen Spirituosen einen besonderen Twist in die Cocktails. Die Wurzeln des Wiener Wermut-Produzenten Burschik gehen bis ins Jahr 1891 zurück, die Rezeptur wurde bis heute mehrmals verändert und so neu belebt. Seit einigen Jahren ist Burschik’s Vermouth wieder oft auf den Karten zu finden – pur oder in Mixgetränken.

Das Heuer am Karlsplatz und das Kleinod mixen in ihre Drinks ebenfalls den heimischen Vermouth von Burschik, aber auch den Wien Gin. Dieser ist ein Produkt der drei „Kesselbrüder“ und kann auch an der stylischen goldverkleideten Bar im Erich sowie im Restaurant Salonplafond im MAK verkostet werden. Der umwerfend gute Gin mit dem Jugendstil-Etikett ist darüber hinaus ein beliebtes Mitbringsel.

Nicht nur Produkte aus Wien, sondern aus ganz Österreich kommen beim Mixen gerne zum Einsatz. Auch Fruchtbrände und Beerenauslesen sind cocktailtauglich. Darauf setzt – neben allerlei selbst zubereiteten Zutaten – die Boutique-Bar Tür 7. Will man die Bar mit Wohnzimmer-Atmosphäre besuchen, sollte man sich vorher telefonisch ankündigen. In alter Speakeasy-Manier aus der Prohibitionszeit müssen Besucher klingeln, um Eintritt zu erhalten.

Vintage-Cocktails

Die neue Generation der Bartender beschäftigt sich auch wieder mit den Cocktail-Klassikern. Die zum Teil über 100 Jahre alten Rezepte feiern ein Comeback. Darauf hat sich etwa die angesagte Miranda Bar spezialisiert. In modernem, ein-ladendem Ambiente werden fast vergessene Cocktails serviert, darunter zahlreiche Fizz-Varianten. Auch das Kleinod setzt auf Vintage, sowohl beim Interieur mit einem Touch von Art Deco als auch bei den Cocktails. Dass auch in diesen Bars die Zutaten oft aus hauseigener Produktion stammen, versteht sich fast von selbst …

Gutes Essen und gute Drinks gehören zusammen, auch das beweisen einige Bars. So haben sich zum Beispiel die Roberto American Bar oder die entzückende, im Fifties-Stil gehaltene R&Bar der Aperitivo-Kultur verschrieben und bieten kleine Häppchen zu den Cocktails.

Text: Susanne Kapeller

Video

Barrikade in der Marktwirtschaft

Siebensterngasse 21, 1070 Wien

Heuer Garten. Restaurant. Bar.

Treitlstraße 2, 1040 Wien

Salonplafond im MAK

Stubenring 5, 1010 Wien

Tür 7 | Bar

Buchfeldgasse 7, 1080 Wien

Miranda Bar

Esterházygasse 12, 1060 Wien

Roberto American Bar

Bauernmarkt 11-13, 1010 Wien
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