Menschen bei einem Würstelstand

Street Food auf Wienerisch

Bereits in der Monarchie kamen in Wien die ersten Würstelstände auf, um Kriegsinvaliden ein Einkommen zu ermöglichen. Die Würstelstände von damals waren fahrbare Verkaufswägen, wo die Würste in brodelnden Wasserkesseln gesiedet wurden. Besonders beliebt waren die 1805 von Johann Georg Lahner kreierten und bis heute beliebten Frankfurter Würstel, die – außer in Wien – überall auf der Welt Wiener Würstel heißen. Daneben wurden auch Burenwürste, Blut-, Leber- und Bratwürste angeboten. Erst in den 1960er-Jahren erhielten die Würstelbrater fixe Stände. Die Würstelstände sind bis heute Teil des Stadtbildes und eines der kulinarischen Markenzeichen von Wien.

Auch die Wiener Weinbergschnecke war früher ein typisches Straßenessen. Hinter der Peterskirche befand sich bis ins 19. Jahrhundert sogar ein eigener Schneckenmarkt. Wiener Weinbergschnecken wurden wegen ihrer angeblich aphrodisierenden Wirkung auch als Wiener Austern bezeichnet. Am Markt servierte man als Imbiss gekochte und gezuckerte Schnecken wie auch gebackene oder mit Speck gebratene zum Weinkraut. Die Wiener Schnecke kann heute wieder bei zahlreichen Street-Food-Märkten verkostet werden.

Nicht zuletzt sind auch die Maronibrater ein historisches Relikt. Maria Theresia erlaubte im 18. Jahrhundert einer deutschen Minderheit in Slowenien, die Esskastanien aus ihrer Heimat als Wanderhändler zu verkaufen. Bis heute sind Maronibrater in der kalten Jahreszeit an fast jeder Ecke zu finden.

Text: Susanne Kapeller

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