Nightlife, DJ

Im Rhythmus von Wien

Ein echtes Phänomen der jüngsten Zeit ist der Boom in der Popszene – es kocht und brodelt, und das weit über Wien hinaus. Die neuen musikalischen Helden trauen sich nämlich wirklich, solche zu sein.

Boomende Popszene

Selbstbewusst wie Könige treten etwa Bilderbuch auf. Deren Sänger Maurice Ernst inszeniert laut Eigendefinition im „Zeit“-Interview den „neuen Wiener Soul“, mit Berührungspunkten zur Wiener kreativen Szene. In den Musikvideos lässt er sich gerne von jungen Wiener Designern wie DMMJK einkleiden. Bescheidenheit ist nicht das Seine: Bilderbuch-Pop klingt sexy, mit einem Schuss Größenwahn: „Willst du meine Frau werden, kaufe ich uns ein Haus aus Gold und Perlmutt“, singt er im Hit „Maschin“, im gelben Lamborghini thronend.

Nicht weniger von sich überzeugt geben sich die fünf Musiker von Wanda: die Texte getränkt mit Wiener Lokal-kolorit, Glamour und Exzess, die Themen rund um Liebesschmerz. Hits wie „Bologna“ und „Bussi Baby“ brachten internationalen Erfolg, 2016 kamen schon die Einladungen, als Headliner bei Mega-Festivals aufzutreten.

Indie bis Electric

Bandleader Marco Michael Wanda zeigt sich beeindruckt von zwei Kollegen, deren Musik nicht nur dem Genre-Namen nach „Indie“ (Independent) ist: Soap&Skin alias Anja Plaschg sorgt mit genialen minimalistischen Melodien und viel Elektronik für Gänsehaut-Feeling in schwermütiger Stimmung. Der freche Nino aus Wien schimpft sich in seinen Texten schon mal ungeniert den Frust von der Seele. Beide sind nichts für den Allerweltgeschmack, doch kräftig schillernde Facetten in der Wiener Musiklandschaft.

Aus den Clubs und Nachtlokalen Wiens dringen feine Grooves, fette Bässe und fetzige Sounds. Jazz, Rock, Pop, World und Electronic ertönen live gespielt oder live gemischt und durchaus tanzbar. Wer gerade nicht in der Stadt ist, trifft trotzdem bald einmal auf Wiener Klänge. Etwa auf jene der Wiener DJs wie Wolfram Eckert oder Patrick Pulsinger, die weltweit im Einsatz sind.

Donau so blau

Dass Wien Vorreiter in Sachen Musik ist, ist freilich nichts Neues: Musikalische Kreativität gab es hier schon immer. Die Meister der Wiener Klassik – Haydn, Mozart, Beethoven – schufen Großartiges. Ihr jüngerer Musikerkollege, Walzerkönig Johann Strauss, erreichte etwas später Starkult. Vor 150 Jahren, am 15. Februar 1867, ertönte erstmals sein Walzer „An der schönen blauen Donau“, heimliche Hymne Österreichs und Fixpunkt auf den Wiener Bällen wie auch als Zugabe beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Die zeitlosen musikalischen Meisterwerke stehen zu Recht noch immer auf den Spielplänen, mal im Originalklang, mal zeitgenössisch interpretiert. Wiens jüngstes Opernhaus, das Theater an der Wien, steht für spannende Operninszenierungen – 2017 mit Werner Egks Peer Gynt sowie Henry Purcells The Fairy Queen.

In der Fülle von jährlich 15.000 Konzerten blüht die Vielfalt – von der Alten Musik (Barock & Co. beim Festival Resonanzen), über die Klassik bis zu den zeitgenössischen Kompositionen des Festivals Wien Modern. Johann Strauss und dem nicht weniger lebenslustigen Wolfgang Amadé würde gefallen, was derzeit in Wien los ist.

Text: Susanna Burger

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