Der Künstler Nychos steht vor seinem Riesen-Gemälde an einer Hauswand

Kunst aus der Spraydose

400 m² große Kunstwerke findet man selten. Und vor nicht allzu langer Zeit wurden Graffitis und Street-Art-Werke anonymer Künstler auch nicht als solche betrachtet. Malerfirmen rückten aus, um triste Wände wieder zu dem zu machen, was sie vor der künstlerischen Intervention waren: Hausmauern. Heute sind die Urheber von Wandgemälden im öffentlichen Raum Stars und werden in Städte auf der ganzen Welt eingeladen, um unschöne Ecken zu pimpen. Denn: „Der eigentliche Wert der Street Art ist die Aufwertung eines Viertels, die Verschönerung einer Stadt, das Sichtbarmachen von sozialen Ungleichheiten und gesellschaftlichen Missständen.“ Das sagt eine, die es wissen muss: Katrin-Sophie Dworczak ist Organisatorin und Kuratorin des Festivals „Cash, Cans & Candy“ sowie Direktorin der Galerie Hilger NEXT im hippen Kunstareal Brotfabrik. Sie brachte bereits internationale Stars wie Bumblebee (USA), Faile (USA), Faith47 (Südafrika) und Stinkfish (Kolumbien) nach Wien, die seit dem ersten Festival 2013 deutliche Spuren im Wiener Statdtbild hinterlassen haben.

Dass sich in Wien viel getan hat, bemerkt auch einer der großen österreichischen Street-Art-Künstler, Nychos, im Interview: „Das Interesse für Urban Art beginnt gerade erst richtig zu wachsen.“ In Wien zwar langsamer als in anderen Städten, weil „die Stadt visuell und architektonisch viel zu bieten hat, weshalb das Bedürfnis nach öffentlicher Kunst nicht ganz so groß ist wie in anderen Metropolen“, so Nychos. Doch: „Die Leute beginnen, offener zu werden und freuen sich, wenn frischer Wind reinkommt.“ Nachsatz: „Zeit wird’s.“

Eisbär und Tauben

Eines seiner bekanntesten Werke in Wien ist „Dissection Of A Polar Bear“ in der Knöllgasse im zehnten Bezirk. Nur vier Tage hat er an dem 400 m² großen Kunstwerk gearbeitet. Mit seiner Full-Service-Agentur „Rabbit Eye Movement“ (Galerie, Café, Shop und Kreativzentrum in der Gumpendorfer Straße) betreibt er einen der wenigen Street-Art-Hotspots in Wien. Nychos, der bereits in 15 verschiedenen Städten gearbeitet und Solo-Shows in New York, San Francisco, Singapur und Turin hatte, will damit vor allem eines erreichen: „Awareness schaffen und vernetzen.“

Das scheint gelungen. Denn die Zeiten, in denen vermummte Gestalten mit Spraydosen spätnachts durch dunkle Gassen schlichen, um Wände zu „verschönern“, sind längst vorbei.

Seit 2004 gibt es die Inititiative „Wiener Wand“ der Stadt: An 15 verschiedenen Plätzen darf auf 5.000 m² Fläche legal auf die Spraydose gedrückt werden. Vor allem entlang des Donaukanals sind viele dieser Wände, die mit Tauben gekennzeichnet sind, zu finden. Überhaupt haben sich die Ufer an Wiens innerstädtischem Fluss zum Hotspot für Street Art und Graffiti-Kunst entwickelt. Hier treffen Subkultur und Street Art auf hippe Strandbars und Restaurants.

Weitere sehenswerte Kunstwerke findet man bei der Brotfabrik (10. Bezirk), beim Theresianum (4.), am Naschmarkt (6.) und beim Westbahnhof, wo die Künstler Cycle & Gaia und Cone The Weird die Parkgarage außen und innen verschönert haben. Das Graffiti-Museum bietet Führungen zu den Hotspots der Wiener Street Art an. Auch die Kunstplattform INOPERAbLE trägt mit Murals (Wandbildern) zur Verschönerung des Stadtbildes bei.

Bleibt nur noch die Frage: Wem gehören diese Kunstwerke? – Nychos: „Niemandem und gleichzeitig allen. Deshalb machen wir das in der Öffentlichkeit. Damit die Werke für alle Leute zugänglich sind.“

Text: Robert Seydel

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Brotfabrik Wien

Absberggasse 27, 1100 Wien
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos
    • Lift vorhanden
      • 110 cm breit und 210 cm tief , Tür 90 cm breit
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Anmerkungen

      Gekennzeichnete Behindertenparkplätze nur auf Anfrage bei den einzelnen Insitutionen.

Galerie Hilger NEXT Wien 10 Stiege III, 2. Stock

Absberggasse 27, 1100 Wien

Schlosspark Theresianum

Favoritenstraße 15, 1040 Wien

Naschmarkt

Wienzeile, 1060 Wien

Westbahnhof

Europaplatz 2, 1150 Wien
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos
    • Lift vorhanden
    • Weitere Informationen
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Anmeldung für Assistenz am Bahnsteig für Rollstuhlfahrer: Tel. +43 (0)5 1717 Menüführung 5, e-mail: mobilitaetsservice@pv.oebb.at.
      Gekennzeichnete PKW-Ein- und Ausstiegsplätze für Rollstuhlfahrer beim Eingang am Europaplatz.
      Induktive Höranlagen und Blindenleitsystem am gesamten Bahnhof vorhanden.

    • Anmerkungen

      Der Haupteingang vom Europaplatz in die neu gestaltete Bahnhofshalle und alle Bahnsteige sind barrierefrei erreichbar. Ein direkter barrierefreier Zugang von den U-Bahnen (U3 und U6) in die Bahnhofshalle ist auch möglich. Innerhalb der BahnhofCity Wien West ermöglichen Aufzüge einen barrierefreien Zugang zu allen Ebenen. Bahnsteige sind barrierefrei erreichbar.

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