DJ vs. Orchester-Star

Wie sind Sie zur Musik gekommen und warum wurde es „elektronische Musik“?

Joyce Muniz: Musik war immer schon präsent in meinem Leben, seit meiner Kindheit in Brasilien, da der Großteil meiner Familie mütterlicherseits Percussionisten waren. Als ich nach Österreich gekommen bin, gab es gerade den großen Durchbruch der elektronischen Musik und natürlich kam ich da als Jugendliche über Freunde und Bekannte zu meinen ersten Clubbesuchen und fand dort meine Liebe zur Musik und vor allem zu Bässen! Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich aufgeregt meine ersten Platten gekauft habe und die Idee, meine eigenen Sounds zu kreieren, war somit auch bald da.

Wie sind Sie zur Musik gekommen und warum wurde es die „Klassik“?

Thilo Fechner: Meine Eltern sind Musiker. Sie habe mich nie gezwungen zu üben, deshalb habe ich auch nie mehr als zehn Minuten am Tag damit verbracht. Mit zwölf Jahren habe ich angefangen elektronische Musik zu machen im Keller des Hauses meiner Eltern. Nach dem Abitur mit 18 Jahren habe ich plötzlich die klassische Musik für mich entdeckt und mindestens zehn Stunden am Tag geübt. Dann bin ich nach Amerika gegangen, um zu studieren. Von da an habe ich mir nie die Frage gestellt, ob ich vielleicht doch lieber etwas Anderes machen sollte.

Sie sind in Brasilien geboren. Warum leben Sie jetzt in Wien?

Joyce Muniz: Ich kam mit meinen Eltern nach Österreich – ganz unspektakulär.

Sie sind in Deutschland geboren. Warum leben Sie jetzt in Wien?

Thilo Fechner: Wien ist die beste Stadt für Musiker. Das war schon immer so. Der selbstverständliche Umgang mit Musik und Musikern in Wien ist einzigartig.

Musik und Wien ist für Sie wie ….  

Joyce Muniz: … das Leben in einem Wald. Man lebt in kompletter Stille, aber sobald etwas passiert, bekommt man es sofort mit.

Thilo Fechner: … Strand und Sonne

Was gefällt Ihnen am „musikalischen Wien“?

Joyce Muniz: Wien ist zwar sehr klein, aber es hat eine große Vielfalt an Musik, die sich gerne im Underground versteckt. Man muss oft danach suchen, aber sobald man etwas findet, wird man mit großartigen Produktionen belohnt.

Thilo Fechner: Opernpremieren sind Stadtgespräche, Menschen mit Instrumentenkästen gehören zum Stadtbild und Toiletten, die Walzermusik spielen, machen Touristen happy.

Wie sieht Ihr perfekter Tag in Wien aus?

Joyce Muniz: Ich bin eine Spätaufsteherin und freue mich immer, nach 12 Uhr meinen Brunch bekommen zu können. Danach genieße ich am liebsten das Privileg, das wir hier in Wien haben, schnappe mir meinen Hund und kann ganz schnell in den umliegenden Wäldern meinen Tag genießen und meinem Kopf etwas Entspannung vom Alltäglichen gönnen.

Thilo Fechner: Morgens eine Rennradtour direkt vom Zentrum in den Wienerwald. Auf dem Weg dahin Frühstück bei Joseph Brot. Nach der Tour auf dem Rückweg ein Zwischenstopp im Motto am Fluss. Danach eine Stunde üben – ganz ohne Stress. Am Nachmittag dann ein Besuch eines der über 100 Museen in Wien. Vor dem Abendessen eine kurze Einheit im Fitnessstudio, im John Harris am Schillerplatz (bei unserer Arbeit ist Fitness sehr wichtig). Und danach geht’s zum Abendessen im Artner auf der Wieden und dann noch für einen Drink ins Heuer am Karlsplatz bei der Kunsthalle.

Was muss man Ihrer Meinung nach in Wien erlebt haben?

Joyce Muniz: Einen Spaziergang nachts durch die Innenstadt Wiens, am besten im Sommer.

Thilo Fechner: Einen langen Spaziergang im 1. Bezirk, um die einzigartige Architektur zu erleben.

Es ist Samstagabend und Sie gehen aus. Wie verbringen Sie den Abend/die Nacht?

Joyce Muniz: Ich bin selten an einem Samstagabend zuhause, weil ich da meistens arbeite. Wenn ich schon mal in Wien bin, verbringe ich meine Abende am liebsten mit meinen Liebsten und Freunden zuhause. Da ich sehr gerne koche, bereite ich auch das Essen selber vor. Oft endet der Abend mit einem Theaterbesuch oder in einer Bar, da Wien viel Entertainment außerhalb der Clubszene bietet.

Thilo Fechner: Ich muss leider immer am Samstagabend spielen.

Sieht man Sie auch mal in einem klassischen Konzert?

Joyce Muniz: Ich liebe Livemusik und -konzerte, aber auf einem klassischen Konzert wird man mich höchstwahrscheinlich nicht sehen, da ich eher Jazz-, Soul- und Bossa-Nova-Musik bevorzuge.

Trifft man Sie auch mal in einem der Clubs der Stadt?   

Thilo Fechner: Das ist schon länger her. Im Orchestergraben ist es so laut, dass für mich inzwischen die Ruhe der größte Luxus ist.

Und zum Schluss in aller Kürze
Ihre Top-3-Restaurants

Joyce Muniz:

  • Skopik & Lohn 
  • Nihonbashi
  • Bits & Bites

Thilo Fechner:

  • Ghisallo in der Schönbrunner Straße: Ein einzigartiges Restaurant, eine Mischung aus italienischer Bar und Fahrrad-Boutique 
  • KIM 
  • Vietthao

Ihre Top-3-Ausgeh-Tipps

Joyce Muniz:

  • Sass Music Club
  • DonauTechno
  • Grelle Forelle

Thilo Fechner: Leider bin ich Nachtarbeiter. Aber wenn ich noch viel Energie habe, gehe ich ins

  • Heuer am Karlsplatz bei der Kunsthalle,
  • Porgy & Bess oder in die 
  • Albertina Passage

Ihre Top-3-Lieblingsplätze

Joyce Muniz:

  • Alte Donau
  • Cobenzl 
  • Augarten

Thilo Fechner:

  • Donauinsel/Lobau
  • Verschlafene Plätze im 2. Bezirk 
  • Die Landtmann’s Jausen Station, eine versteckte Meierei im Schlosspark Schönbrunn

 

Text: Angelika Öttl

Bits & Bites Brasserie

Webgasse 27/ 1-2, 1060 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Mi - Sa, 10:00 - 15:00
    • Mi - Sa, 18:00 - 22:00
    • So, 10:00 - 15:00
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Donau

Karl-Schweighofer-Gasse 10, 1070 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Mo - Do, 20:00 - 04:00
    • Fr - Sa, 20:00 - 06:00
    • So, 20:00 - 02:00
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Grelle Forelle

Spittelauer Lände 12, 1090 Wien
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Café & Schloss Cobenzl

Am Cobenzl 94, 1190 Wien
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Heuer am Karlsplatz Garten. Restaurant. Bar.

Treitlstraße 2, 1040 Wien
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Porgy & Bess

Riemergasse 11, 1010 Wien
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Landtmann's Jausen Station Eingang Meidlinger Tor

Schlosspark Schönbrunn, 1130 Wien
  • Öffnungszeiten

    • März bis Oktober
      jeweils bis 1/2 h vor Parksperre
    • Mo - Fr, 10:00
    • Sa - So, 09:00
    • Samstag Live-Musik, meist Jazz-Brunch mit Gesang, 10 bis 14 Uhr
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