Restaurierung der Staatsoper. Reinigung von Verzierungen mittels Pinsel.
© Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Oper im neuen Glanz

„Ich bin mit Stein aufgewachsen“, erzählt Manuela Fritz. Ein Stein wurde ihr zwar nicht in die Wiege hineingelegt, das Material umgab sie jedoch von klein auf im elterlichen Steinmetzbetrieb in der Steiermark. Verschiedene Ausbildungswege führten sie von der Kunstakademie bis zum Studium der Restaurierung in Italien. Heute ist sie eine der Besten ihres Fachs, und dazu freischaffende Bildhauerin.

Mehr als ein Job

In der Staatsoper deckte sie mit ihrer Crew den Bereich Stuck, Stuckmarmor (unechter Marmor), Stucco lustro (Marmormalereien)  und Vergoldung ab. Ziel der Restaurie­rung war die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Das Farbkonzept der Oper setzte sich einst fließend von außen nach innen fort: von hellem Naturstein zu hellem Ocker mit Goldauflagen. Die Ära der „dunklen Höhle“ ist nun vorbei.

Allein das Anmischen der richtigen Farben dauerte eineinhalb Wochen – jede Probe musste erst antrocknen, und das künstliche Licht oben am Gerüst machte den Vor-Ort-Farbvergleich zum Original nicht leichter. Solche Arbeiten sind anstrengend, sowohl was die Konzentration als auch die Position betrifft. „Nur Michelangelo ist gelegen beim Malen. Wir stehen“, erklärt die Restauratorin lachend. Oft muss über Kopf gearbeitet werden. Im Team sind die Aufgaben fix verteilt, jeder bleibt bei „seiner“ Sache: Kitten, Schleifen, Anfertigen der Nachgüsse, Reinigen mit Pinsel und Wattestäbchen, Festigen, Übermalen …

Die Marmormalereien zum Beispiel stammen ausnahmslos von Manuela Fritz: eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen, zudem sehr individuell. Man würde sehen, hätte eine andere Hand mitgemalt.

Die meisten Schäden im Vestibül waren dem Kondens­wasser geschuldet. An manchen Stellen sieht man leider genau, dass sich fragwürdige Opernbesucher fragwürdige Erinnerungsstücke abgebrochen haben. Diese Schäden hören oberhalb der Griffweite plötzlich auf.

Wiener Gold

Manuela Fritz ist Kundin der Firma Wamprechtsamer: Das ist eine Wiener Blattgoldschlägerei, die seit 1906 hauchdünne Blätter des edlen Metalls herstellt. Der letzte Schlagprozess wird noch immer per Hand ausgeführt. Das Wiener Gold glänzt etwa an der Pallas Athene vor dem Wiener Parlament, in Schloss Schönbrunn und am Kaiserkreuz auf dem Großglockner. Herr Wamprechtsamer erinnert sich an seine Kindheit, als sein Vater mit dem Pferdefuhrwerk das Gold für die Staatsoper ausgeliefert hat. Heute holt es Manuela Fritz ab. Der Materialwert ist beachtlich, denn in der Oper ist meist echt Gold, was glänzt. Aufgetragen wird das hauchdünne Blattgold auf einen mit einem Ölfilm bestrichenen Untergrund, der die genau passende klebrige Konsistenz haben muss – eine Frage des richtigen Timings, sonst „ersäuft“ das Gold.

„Bei einem Projekt wie diesem entsteht eine Beziehung zu den Dingen, die man formt“, meint Manuela Fritz. „Ich gehe sie dann immer besuchen, ‚meine‘ Objekte. Auch in der Oper mache ich ab und zu eine Runde. Und muss lachen, wenn ich – erfolglos – zwei Stellen ganz oben auf der Decke suche, die ich nach dem Gerüstabbau mit einem acht Meter langem Pinselstab von unten korrigiert habe. Ich hab’s geschafft!"

Text: Susanna Burger

Wiener Staatsoper

Opernring 2, 1010 Wien
  • Barrierefreiheit

    • Nebeneingang
      • 2 Stufen (Schwingtüre 87 cm breit )
        Zugang mit Rollstuhl über Nebeneingang Herbert-von-Karajan-Platz (rechts unter den Arkaden), von dort Zugang zum Lift über Schrägaufzug (Treppenlift)
    • Parkplätze Haupteingang
      • Behinderten-Parkplätze vorhanden
        Operngasse bei der Kreuzung Opernring
    • Lift vorhanden
      • 95 cm breit und 140 cm tief , Tür 80 cm breit
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • 22 Rollstuhlplätze verfügbar (4 im Parkett, je nach Bedarf 18 Plätze auf der Galerie)
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Führungen in zehn verschiedenen Sprachen, Voranmeldung für Rollstuhlfahrer notwendig.

    • Anmerkungen

      Stufen im Haus durch Rampe bzw. Lift überbrückbar.
      Telefonische Voranmeldung für Rollstuhl- und Begleitersitze für Vorstellungen unter Tel. +43 1 514 44-2653 (Mo-Fr 9-16 Uhr)

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