IBA-Projekt vivihouse

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Erste Internationale Bauausstellung läuft

Internationale Bauausstellungen gibt es seit über 120 Jahren. Das Format stammt ursprünglich aus Deutschland und dient als Instrument, um Impulse in den Bereichen Stadtplanung und Städtebau zu setzen. Unter dem Titel „Neues soziales Wohnen“ ist Wien erstmals Veranstalterin einer IBA. Das Projekt wurde 2016 von der Stadt Wien ausgerufen und befindet sich nun in der großen Präsentationsphase. Die seitdem entstandenen Gebäude sind bis Mitte November als Ausstellungsobjekten der IBA_Wien 2022 zu erleben.

IBA-Übersichtsplan
© IBA Wien

Schlusspräsentation mit viel Programm

Quer über die Stadt verteilt, werden Neubauten und Stadtviertel vor den Vorhang geholt, die beispielgebend für neue Formen des sozialen Wohnens sind – zusätzlich gibt es eine große Ausstellung in der Nordwestbahnhalle, in der Nordwestbahnstraße 16, die als zentraler Hub für Architekturinteressierte dient. Ein umfangreiches Programm, sowie Führungen und Spaziergänge durch IBA-Quartiere und IBA-Projekte laden dazu ein, die Prozesse und Ergebnisse der Internationalen Bauausstellung Wien 2022 zu erkunden. Die Nordwestbahnhalle ist die zentrale Anlaufstelle für alle Besucher:innen und Ausgangspunkt für viele Führungen und Aktionen rund um die IBA.

Wien als Hotspot des sozialen Wohnens 

Doch es geht nicht nur um die Qualität von Gebäuden. Die IBA_Wien 2022 setzt auf einen interdisziplinären Ansatz. Das soziale Gefüge und das gesellschaftliche Miteinander spielen bei diesem Blick in die Zukunft des Wohnens eine wesentliche Rolle. Wie müssen Stadtviertel konzipiert sein, damit sich ein gutes urbanes Leben entwickeln kann? Welche sozialen Bedürfnisse haben Bewohner:innen und wie entsteht größtmögliche Lebensqualität? Aufgrund historischer Errungenschaften, wie dem Wohnbauprogramm des Roten Wien, zwischen 1919 und 1934, und einem weltweiten Spitzenwert, was den Anteil an Gemeindewohnungen betrifft, ist Wien ein denkbar guter Ort, um die innovative Weiterentwicklung des sozialen Wohnens in den Vordergrund zu rücken. Fast jede vierte Wiener Wohnung ist eine Gemeindewohnung. Zudem spielen im Rahmen der IBA_Wien 2022 auch wichtige Themen im Zusammenhang mit einem ressourcenschonenden Bauen eine wichtige Rolle. Etwa die Frage, welcher baulichen Ansätze es bedarf, um in Zeiten des Klimawandels nachhaltig zu bauen.

IBA-Projekt vivihouse
© GBstern D.Wizke

Bauen in Zeiten des Klimawandels 

Gebäudeprojekte und Stadtviertel, die im Rahmen der IBA_Wien 2022 auf das Klima fokussieren, sind etwa die Biotope City – ein vollkommen neues Stadtviertel im 10. Wiener Gemeindebezirk, bei dem trotz hoher baulicher Dichte auf maximale Begrünungsmaßnahmen gesetzt wird. Die Biotope City demonstriert, dass im Bereich des geförderten Wohnbaus Leistbarkeit und klimabedachtes Bauen keinen Widerspruch darstellen. Auch das Gebäudeprojekt MGG22, das in der Wiener Donaustadt entstanden ist, macht das Klima zum Thema. Hier wird erstmals die thermische Bauteilaktivierung (TBA) zum Heizen und Kühlen im sozialen Wohnbau eingesetzt. Damit kann eine ganzjährige Versorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie sichergestellt werden.

Neun Stadtviertel im Rampenlicht 

In Summe gilt es im Rahmen der IBA_Wien 2022 neun neue Stadtviertel zu entdecken, die beispielgebend für neue Formen des sozialen Wohnens sind. Das Quartier Neu Leopoldau, das auf dem Gelände eines ehemaligen Gaskraftwerks realisiert wird, rückt ebenso in den Mittelpunkt wie das Sonnwendviertel mit seinen innovativen Baugruppenprojekten sowie das Projekt Wolfganggasse, wo ein neuer Stadtteil mit rund 850 geförderten Wohnungen, einem Kindergarten, einem Supermarkt und weiteren Geschäftslokalen zur Nahversorgung entsteht. Gerade bei den Stadtquartieren wird der interdisziplinäre Ansatz der IBA_Wien besonders augenscheinlich: Das Quartier Am Seebogen verknüpft die Themen Wohnen und Arbeiten. Das Projekt ist Teil der Seestadt Aspern, eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas, und zeigt innovative Wege in der Nutzungsmischung auf. Ziel ist es, die Grundlagen für die Entstehung einer vielfältigen sozialen Infrastruktur zu schaffen. Ein Gewerbehof, ein Supermarkt und mehr als zehn Geschäftslokale bringen wirtschaftliche Impulse in das Quartier Am Seebogen. Darüber hinaus sorgen zahlreiche Initiativen rund um die Themenbereiche Gesundheit, Bewegung, Sport für ein reichhaltiges Angebot für alle Bewohner:innen.

Gebäude mit Zukunft 

Zu den herausragende Einzelgebäuden der IBA_Wien 2022 zählt etwa das Vivihouse, das auf einem innovativen Bausystem zur Errichtung mehrgeschossiger Gebäude für gemischte Nutzungen basiert. Diese modulare Holzskelettbauweise wurde speziell für den Einsatz ökologischer Rohstoffe optimiert. 

Um den Ansatz einer Kreislaufwirtschaft geht es im Rahmen des EU-Innovationsprojekts HOUSEFUL. Hier werden innovative Systeme zur Wiederverwertung der im Haushalt anfallenden Abfälle bzw. des Abwassers als Ressourcen vor Ort entwickelt und in Demonstrationsgebäuden umgesetzt.  

Einen spannenden Vorgeschmack auf die Zukunft des Wohnens gibt auch HOME 21, das im Rahmen des Wiener Sofortwohnbauprogramms entstand. Das Projekt zielt auf ein leistbares Wohnungsangebot für Zielgruppen ab, die bisher kaum oder nur schwer im geförderten Wohnungsneubau versorgt werden konnten. Bei diesem Programm können Wohnhäuser temporär auch in Gebieten errichtet werden, die nicht für den Wohnzweck gewidmet sind. 

Insgesamt tragen mehr als 100 Projekte dazu bei, den baulichen Weg in die Zukunft zu weisen, und warten darauf ab dem 23. Juni 2022 im Rahmen der Schlusspräsentation der IBA_Wien 2022 entdeckt zu werden.

www.iba-wien.at 

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