Ansicht des japanischen Erkers im ehemaligen Speisezimmers in der Wohnung Alfred Kraus, gestaltet von Adolf Loos
© Philippe Ruault

Verborgenes von Adolf Loos entdecken

Wer glaubt, dass alle erhaltenen Werke des Jahrhundertarchitekten Adolf Loos der Öffentlichkeit längst bekannt sind, irrt. Jüngste Wiederentdeckung ist das im Jahr 1905 realisierte Interieur für die Wohnung des Bankiers und Industriellen Alfred Kraus. Kraus war der Bruder des einflussreichen österreichischen Publizisten Karl Kraus. Die von Loos entworfene Wohnungseinrichtung in der Wiener Mohsgasse galt als gänzlich zerstört. Doch der Hauptraum, der heute als Besprechungszimmer einer Anwaltskanzlei dient, ist originalgetrau erhalten. - Nicht nur für Fans des Wegbereiters der Moderne eine kleine Sensation.

Die besonders gute Nachricht: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Loos2020, die vom Verein Architekturerbe Österreich organisiert wird, gibt es die Möglichkeit das Loos-Interieur in der Mohsgasse und viele andere Werke des visionären Denkers in Form von Führungen zu entdecken. Buchbar sind die außergewöhnlichen Architektur-Termine auf der Website der Veranstaltungsreihe. Die Führungen finden im März, April und Mai statt und werden voraussichtlich im Herbst fortgesetzt.

Elf Mal Loos in ganz Wien

Im Rahmen von Loos2020 warten insgesamt elf Werke von Loos in ganz Wien darauf, entdeckt zu werden. Es handelt sich um Wohnungen, Villen, Siedlungshäuser und Geschäfte, die an und für sich für die Öffentlichkeit nicht oder nur sehr selten zugänglich sind. Die Wohnung Löwenbach, nahe der Wiener Urania im 1. Bezirk, steht ebenso am Programm wie die von Loos gestaltete Buchhandlung Manz sowie der Schneidersalon Knize und die Wohnung Friedrich Boskovits II, in der sich heute die Musiksammlung der Wienbibliothek befindet.

Wer sich für Bauwerke von Loos interessiert, kommt in Form der Häuser Scheu und Steiner im 13. Bezirk sowie des Hauses Duschnitz im 19. Bezirk auf seine Kosten. Auch eines der von Loos entworfenen Doppelhäuser für die Wiener Werkbundsiedlung kann besichtigt werden. Ebenso sehr sehenswert: Das Siedlungshaus am Heuberg im 17. Bezirk, das vor kurzem sehr behutsam generalsaniert wurde. Teil von Loos2020 ist auch das berühmteste Bauwerk von Loos: Das einst skandalträchtige Haus am Michaelerplatz in der Wiener Innenstadt.

Loos-Jahr bringt Vorträge, Ausstellungen und ein Symposium

Zudem wird es im Lauf des Jubiläumsjahres mehrere Vorträge und ein Symposium zum Leben und Werk von Loos geben. Die Termine finden voraussichtlich im Herbst statt. Ebenso in Planung ist eine Sonderausstellung über den schriftlichen Nachlass von Adolf Loos in den Loos-Räumen der Wienbibliothek in der Bartensteingasse.

Von Loos geplante Privathäuser sind ab dem 18. November im MAK – Museum für angewandte Kunst Thema. Die Ausstellung richtet den Fokus nicht nur auf in Wien realisierte Bauten, sondern blickt weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Etwa nach Paris, wo Adolf Loos 1927 ein visionäres Privathaus für Tanzlegende Josephine Baker plante, das allerdings nie realisiert wurde.

Architekturerbe Österreich - Loos2020

März-Mai 2020
Genaue Führungstermine siehe Webseite
Führungen buchen

Adolf Loos - Privathäuser

18.11.2020-14.03.2021

MAK - Museum für angewandte Kunst

Stubenring 5 , 1010 Wien
  • Vienna City Card

  • Preise

    • Jugendliche unter 19 J.   €0
  • Öffnungszeiten

    • Di, 10:00 - 21:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 18:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
  • Barrierefreiheit

    • Nebeneingang
      • stufenlos
        beim Personaleingang Weiskirchnerstraße (Kopfsteinpflaster)
    • Lift vorhanden
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Anmerkungen

      Ausstellungsräume mit Lift erreichbar

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