Margarete Schütte-Lihotzky
© Pressefoto Votava

Mehr als eine Einbauküche

Sie gilt als die Mutter der Einbauküche, ihr Leben lang wollte Margarete Schütte-Lihotzky aber nicht darauf reduziert werden. Die in Wien geborene Architektin hat 1926 die so genannte Frankfurter Küche entworfen. Sie ist der Urtyp der Einbauküche, alles sollte kompakt und mit möglichst wenigen Handgriffen erreichbar sein, aber dennoch einen hohen Designanspruch haben. Diese standardisierte Küche wurde in rund 10.000 Wohnungen eingebaut. Die Idee war geprägt vom sozialen Wohnbau, dem Lebensthema von Schütte-Lihotzky (1897-2000).

"Ich bin keine Küche"

Die Erfindung der Frankfurter Küche hat sie ihr Leben lang verfolgt. "Ich bin keine Küche" ist einer ihrer berühmtesten Aussprüche. "Hätte ich gewusst, dass alle nur über diese verdammte Küche reden, ich hätte sie nie erfunden", sagte sie in einem Interview. Und das zurecht. Denn Margarete Schütte-Lihotzky war noch viel mehr. Die Jahrhundertgestalt hat als eine der ersten Frauen in Wien Architektur studiert. Der soziale Wohnbau hatte es ihr angetan, im Roten Wien entwarf sie einige Siedlungshäuser – unter anderem auch für die Wiener Werkbundsiedlung.

Architektin & Widerstandskämpferin

Ab 1930 lebte und arbeitete Schütte-Lihotzky mit ihrem Mann in der Sowjetunion, später in Istanbul. Die bemerkenswerte Frau war Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, wurde in Wien verhaftet und entkam nur knapp der Todesstrafe. Bis Kriegsende 1945 war sie inhaftiert. Kommunistin blieb sie auch nach dem Krieg, weshalb sie als Architektin in Wien boykottiert wurde.

Dennoch blieb sie ihrem Beruf treu, auch als Publizistin und Beraterin. Bis ins hohe Alter engagierte sich Margarete Schütte-Lihotzky in der Friedens- und Frauenbewegung. Vor 20 Jahren, am 18. Jänner 2000, verstarb die außergewöhnliche Frau knapp vor ihrem 103. Geburtstag in Wien.

Gemeindebau in Wien, Außenansicht

Margarete Schütte-Lihotzky hat als Architektin am Otto-Haas-Hof, einem Gemeindebau in der Winarskystraße 16-20, mitgearbeitet.

© Harald Jahn / picturedesk.com
Margarete Schütte-Lihotzky

Margarete Schütte-Lihotzky, Photographie um 1935

© Austrian Archives/Imagno/picturedesk.com

Ausstellungen

Die Ausstellung „schützenswert und zukunftsweisend“ im Margarete Schütte-Lihotzky Raum widmet sich von 17.1. bis 26.6.2020 den fünf unter Denkmalschutz stehenden Bauten der Architektin in Wien.

Margarete Schütte-Lihotzky Raum

Untere Weißgerberstraße 41, 1030 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Bei Ausstellungsbetrieb
    • Di, 10:00 - 14:00
    • Mi, 10:00 - 14:00
    • Do, 14:00 - 18:00
    • Fr, 14:00 - 18:00
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Ein Nachbau der Frankfurter Küche ist dauerhaft im MAK Design Lab im MAK - Museum für angewandte Kunst zu sehen.

MAK - Museum für angewandte Kunst

Stubenring 5 , 1010 Wien
  • Preise

    • Jugendliche unter 19 J.   €0
    • Ihr Vorteil mit der Vienna City Card: -25/5% , -3€
  • Öffnungszeiten

    • Di, 10:00 - 21:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 18:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
  • Barrierefreiheit

    • Nebeneingang
      • stufenlos
        beim Personaleingang Weiskirchnerstraße (Kopfsteinpflaster)
    • Lift vorhanden
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Anmerkungen

      Ausstellungsräume mit Lift erreichbar

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