Stephansplatz
© WienTourismus / Peter Rigaud

Architektur auf Nobelpreis-Niveau

Was für die Wissenschaft der Nobelpreis und für Journalisten der Pulitzer-Preis ist, bedeutet in der Architektur der seit dem Jahr 1979 vergebene Pritzker-Preis. Gestiftet vom US-amerikanischen Paar Jay und Cindy Pritzker, ist die Liste der Preisträger das Who is Who der global wichtigsten Planer der letzten Jahrzehnte. Auch das bahnbrechendste Gebäude der jüngeren Wiener Vergangenheit stammt von einem Pritzker-Preisträger. Die Rede ist vom vis a vis des Stephansdoms gelegenen Haas-Haus, in dessen Glasfassade sich das Wiener Wahrzeichen fototauglich spiegelt.

Pritzker-Preisträger aus Wien

Entworfen hat es der 2014 verstorbene Österreicher Hans Hollein. Hollein gewann den Pritzker-Preis im Jahr 1985. Wie es sich für visionäre Architektur gehört, war das 1990 eröffnete Haas-Haus angesichts der ungewöhnlichen Formensprache an einem der prominentesten Bauplätze Wiens einst ein Skandal: Moderne Architektur mit großen Glasflächen inmitten des historischen Zentrums geht gar nicht, lautete der Befund. Heute lieben die Wienerinnen und Wiener das Haas-Haus. Mit dem Gebäude hat Hollein Wien den Weg in ein neues architektonisches Zeitalter gewiesen. Der Pritzker-Preisträger war in Wiens Zentrum baulich sehr aktiv. Er plante auch das Flugdach vor der Albertina (2003), den Mediatower am Donaukanal (2001) und das Geschäftslokal des Juweliers Schullin am Kohlmarkt (1984).

Wien, Stadt der Stelzen

Jüngster Neuzugang in der Liste der in Wien baulich vertretenen Pritzker-Preisträger ist der italienische Stararchitekt Renzo Piano. Pianos 2018 fertiggestellten Parkapartments am Belvedere ragen von weitem sichtbar auf tollkühn anmutenden Stelzen hoch in den Himmel und prägen die Skyline. Es handelt sich um ein mehrere Hochhäuser umfassendes Ensemble, das neben Wohnungen auch ein Hotel umfasst. Zum exklusiven Kreis der Pritzker-Preisträger gehört auch das Schweizer Architektenteam Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Sie gewannen anno 2001. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 1991, war das Duo in der Pilotengasse im 22. Bezirk, am östlichen Stadtrand Wiens, an der Entstehung einer großen Wohnanlage mit rund 200 Objekten beteiligt. Markantes Detail: Etliche der Einfamilienhäuser stehen genauso wie Renzo Pianos Parkapartments auf Stelzen. Aber auch Zaha Hadid, Pritzker-Preis-Gewinnerin des Jahres 2004, setzte für eines ihrer Wiener Projekte auf Stelzen aus Beton, um optische Akzente zu setzen.

Damit schuf die 2016 verstorbene britisch-irakische Architektin  im Jahr 2006 eine skulpturartige Überbauung von Otto Wagners historischer Stadtbahntrasse an der Spittelauer Lände im 9. Wiener Bezirk. Weitaus größer dimensioniert und mindestens so spektakulär wie die Stelzenbauten ist Hadids Beitrag für den Campus der Wiener Wirtschaftsuniversität. Ein Areal, das seit dem Jahr 2013 eines der Aushängeschilder für zeitgenössische Architektur in Wien ist. Hadid plante das Bibliotheksgebäude des Universitätsgeländes, dessen überhängende Fassade den markanten Mittelpunkt des Campus bildet.

Nouvel vom Stadtrand bis ins Zentrum

Jean Nouvel, der 2008 den Pritzker-Preis erhielt, war erstmals in den späten 1990er Jahren in Wien planerisch tätig. Damals realisierte der Franzose eine Wohnhausanlage mit E-förmigem Grundriss in der Leopoldauer Straße im 21. Wiener Gemeindebezirk. Anfang der 2000er Jahre zählte Nouvel zur Riege jener Architekten, die im 11. Bezirk mehrere historische Gasspeicher in ein neues Wohnviertel verwandelten. Mit spektakulären Ergebnissen: Die altehrwürdige Ziegelarchitektur der Gasometer trifft auf eine moderne Architektursprache und erzeugt ein ganz besonderes Spannungsfeld. Nouvels jüngster planerischer Coup stammt aus dem Jahr 2010 und befindet sich gut sichtbar am Ufer des Donaukanals im Zentrum Wiens: Der Nouvel-Tower, der auch unter dem Namen Design Tower bekannt ist, beherbergt ein Hotel, Geschäfte und Gastronomie. Im 18. Stockwerk befindet sich ein Panoramarestaurant, das von der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist gestaltet wurde. Die Decke des Restaurants zählt zum Spektakulärsten was Wiens Lokalarchitektur zu bieten hat. Ein Farbenrausch, der selbst vom vis a vis des Donaukanals gelegenen Schwedenplatz mit freiem Auge gut zu sehen ist.

Albertina

Albertinaplatz 1 , 1010 Wien
  • Preise

    • Jugendliche unter 19 J.   €0,00
    • Ihr Vorteil mit der Vienna City Card: -13% , -2€
  • Öffnungszeiten

    • Mo, 10:00 - 18:00
    • Di, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 21:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 21:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
    • feiertags, 10:00 - 18:00
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos (Doppelschwingtüre   190  cm  breit )
    • Lift vorhanden
      • 260 cm breit und 270 cm tief , Tür 150 cm breit
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Leihrollstühle vorhanden (Voranmeldung: Tel. +43 1 534 83-540).
      Führungen für Blinde, Rollstuhlfahrer, sowie Demenzbetroffene mit Begleitperson möglich (Voranmeldung: Tel. +43 1 534 83-540).
      Führungen in Gebärdensprache möglich (Voranmeldung: Tel. +43 1 534 83-540).
      Ermäßigter Eintritt für Menschen mit Behinderung.

    • Anmerkungen

      Zugang zu den Ausstellungsräumen und zum Restaurant/Café sowie zum Shop stufenlos. Alle Räumlichkeiten können barrierefrei erreicht werden.

      Barrierefreie WCs auf den Ebenen 1 und -1; WC Ebene 1: Türbreite: 90 cm, Raumabmessung: 170 x 150 cm; WC Ebene -1: Türbreite 85 cm, Raumabmessungen: 180 x 110 cm.

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Media Tower

Taborstraße 1-3/Obere Donaustraße 103, 1020 Wien
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Wohnanlage an der Spittelauer Lände Zaha-Hadid-Haus

Spittelauer Lände 10, 1090 Wien
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Gasometer Wien

Guglgasse, Eyzinggasse, Döblerhofstraße, 1110 Wien
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Wohnanlage Leopoldauer Straße

Leopoldauer Straße 168, 1210 Wien
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Siedlung Pilotengasse

Pilotengasse 30, 1220 Wien
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Parkapartments am Belvedere

Arsenalstraße 12-16, 1100 Wien
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