Wollschwein im Schlamm

Feigen, Chilis und Wollschweine

Knapp die Hälfte des Wiener Stadtgebiets sind Grünflächen mit großer Bedeutung für die Lebensqualität von Bewohnern und Gästen gleichermaßen. Dieses Grün dient aber nicht nur dem Freizeitvergnügen, die fruchtbaren Böden werden auch landwirtschaftlich genutzt und bringen viele Schätze hervor, die man in einer Millionenstadt nicht vermuten würde. 630 Betriebe bewirtschaften ein Sechstel der Gesamtfläche Wiens. Die Gartenbau-, Weinbau-, Ackerbau-, Feldgemüse- und Obstbaubetriebe versorgen die Wiener während der Erntezeit stets mit frischen und nachhaltigen Produkten aus unmittelbarer Umgebung. Kaum zu glauben, dass in den Bezirken Simmering und Donaustadt jährlich 72.000 Tonnen Frischgemüse geerntet werden – darunter Paprika, Paradeiser, Gurken, Radieschen, Spinat und vieles mehr. In der Stadt wächst und lebt aber noch mehr …  

Der Schärfste: Chilihof 

Der Chilihof der Familie Kölbl besteht seit über 100 Jahren am Standort in Wien-Breitenlee. Die Ursprünge des Familienbetriebs reichen sogar bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Für die damalige Zeit sehr fortschrittlich, wurden schon Erdbeeren im Gewächshaus angebaut und am Wiener Naschmarkt verkauft. Heute baut Georg Kölbl auf einer beeindruckenden Fläche von 4.400 m2 15 verschiedene Chilisorten an. Die frischen Chilis und von der Oma mit viel Liebe produzierte Saucen, Marmeladen, Salz und Brand aus Chili gibt’s bei verschiedenen Direktvermarktern, Hofläden und in Restaurants. 

Der Fruchtigste: Schottenstift

Nachhaltige Landwirtschaft wird vom Schottenstift seit knapp 860 Jahren betrieben. Den traditionellen Stil hält man unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte auch heute noch bei und seit den 1970er-Jahren wird am Hof in Wien-Breitenlee Obst kultiviert. Heute produziert das Schottenstift bis zu 2.000 Tonnen Äpfel (zwölf Sorten), 25 Tonnen Kirschen (elf Sorten), fünf Tonnen Zwetschken (zwei Sorten) und Weichseln. Das frische Obst sowie daraus produzierte Köstlichkeiten wie Säfte und Brände gibt’s im eigenen Hofladen in Breitenlee. 

Der Tierischste: Biohof N°5 

Der frisch gebackene Bauer Oliver Kaminek hat den großelterlichen Hof und Weinbaubetrieb in Wien-Stammersdorf nach längerer Stilllegung 2010 übernommen und revitalisiert. Der Schwerpunkt liegt zwar auf Weinbau, am Hof freut man sich aber auch über tierische Mitbewohner und konzentriert sich auf die Erhaltung eher seltener Nutztierrassen. Mangaliza-Schweine – bei uns besser als „Wollschwein“ bekannt – dürfen nach Lust und Laune im Dreck wühlen. Und viele Sulmtaler Hühner laufen zwischen Hof und Wiesen hin und her. 

Der Vitaminreichste: Prentlhof 

Am Prentlhof am südlichen Stadtrand in Wien-Favoriten werden in sechster Generation von Nachfahren der Familie Prentl in biologischer Wirtschaftsweise Zuckerrüben, Soja und verschiedene Getreidearten wie Hart- und Buchweizen, Roggen und Gerste kultiviert. Bio-Erdäpfel und -Kürbisse gibt’s im Herbst. Übrigens: Dies ist der einzige Hof in Wien, wo Kürbiskernöl hergestellt wird. Besonders toll ist die Initiative „Schule am Bauernhof“: Der Prentlhof öffnet interessierten Personen die (Hof-)Tore und gewährt einen direkten Einblick in den Kreislauf der Getreideindustrie. 

Der Süßeste: Bio-Feigenhof

Im Sommer 2006 baute das Paar Ursula Kujal und Harald Thiesz die ersten Feigenbäume in Wien-Simmering an. Heute reifen auf der Feigenplantage von Juli bis Oktober 50 verschieden Sorten heran. Von eingelegten Feigen über Feigenchutney und -marmelade bis zum Feigenlikör gibt es zahlreiche köstliche Produkte direkt beim Feigenhof zu kaufen. 

Text: Angelika Öttl

Biohof N°5 Alexandra & Oliver Kaminek

Stammersdorfer Straße 5, 1210 Wien
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