Ziege auf einer Mülldeponie
© MA 48 / Krischanz Zeiler

Kuscheln am Berg aus Mist

Die höchste Erhebung im größten Wiener Gemeindebezirk, der Donaustadt, ist ein gewaltiger Berg aus Mist. Dieser ganz besondere Stadtberg liegt am Rautenweg. Was für die Orks von Mittelerde Mordor ist, ist dieser Berg aus Mist für eine Herde Pinzgauer Ziegen. Sie sind die Hüter und Bewohner des Müllberges. Bereits seit 1993 meckern und trippeln die Tiere munter über das Areal. Es war ein großes Anliegen, die vom Aussterben bedrohte Salzburger Tierrasse zu erhalten. Heute arbeiten die flinken Gebirgsziegen als natürliche Rasenmäher, um den Bewuchs der Grünflächen auf der Deponie niedrig zu halten. Und da inzwischen über 100 Kitze am Rautenweg geboren wurden, wird nach wie vor ein toller Beitrag zum Artenschutz geleistet. „Die Tiere wissen genau, mit wem sie es zu tun haben und kommen sofort angelaufen, wenn sie uns sehen. Einige der Kitze wurden mit dem Fläschchen aufgezogen und können sich scheinbar noch heute daran erinnern. Darum hat eine Ziege auch den Spitznamen ‚Kuschler‘ bekommen“, schwärmt Deponie-Mitarbeiter Herbert Diesenreiter von seinen vierbeinigen Helfern.

Zwischen Mai und Oktober kann die Deponie sogar besichtigt werden.

INFORMATIONEN UND ANMELDUNG

 

Noch mehr tierische Rasenmäher

Ein Stück weiter zur nördlichen Stadtgrenze, im Erholungsgebiet Bisamberg, trifft man die fleißigen Arbeitskollegen der Müllberghüter: Seit Juni 2007 helfen auch dort im Rahmen eines Naturprojektes rund 40 Ziegen beim Mähen der Wiesen. Die Tiere eignen sich hervorragend zur Pflege von Trockenrasen-Flächen, da ein Großteil ihrer Nahrung aus Blättern und Zweigen besteht. So wird die spezielle, sehr steile Landschaft vor Verbuschung geschützt und die Artenvielfalt wiederhergestellt und erhalten.

Tierische Pädagogen mit Eselsgeduld

Eine etwas andere Aufgabe erfüllen die tierischen Bewohner des Bauernhofes „Nalela – Platz für Wissen und Natur“ in der Lobau. Die Alpakas, Ziegen, Schafe, ein Pony, ein Esel, Kaninchen und Hühner „arbeiten“ am Hof als Pädagogen und leisten eifrig Bildungsarbeit. Kleine und große Besucher lernen Wissenswertes über Bauernhof-Nutztiere und die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Um das Gelernte zu vertiefen, begleiten einen die drei Alpakas Diego, Melody und Esmeralda auch gerne auf einer Wanderung. Jeden ersten Sonntag im Monat können die Tiere beim „Stall am Sonntag” gefüttert, gestreichelt und von ganz nah beobachtet werden.

Wertvolle Therapiearbeit leistet hingegen Enyeto, der einzige weiße Barockesel Wiens im Schottenhof im 14. Bezirk. „Enyeto ist im Rahmen unserer tiergestützten Therapie sehr viel mit Kindern in Kontakt – er hilft ihnen dabei, ihre Ängste zu überwinden und daran zu wachsen“, erzählt Michaela Jeitler, die Leiterin des Therapiezentrums am Hof. „Enyeto war, als er zu uns kam, selber total ängstlich und musste erst Vertrauen finden.“ Der mittlerweile greise Esel-Herr ist heute ein wahrer Tausendsassa: Er zieht Kutschen, lässt sich geduldig bürsten und kuschelt vor allem für sein Leben gerne. Obwohl er gar nicht „Kuschler“ heißt …

Text: Angelika Lechner

Ein Alpaka schaut gegen die Sonne

Die Alpakas fühlen sich sichtlich wohl in der Lobau.

© Daniel Kovacs
Ein Bub füttert einen weißen Esel

Barockesel Enyeto ist vor allem für Kinder ein toller Freund.

© Schottenhof

Nalela – Platz für Wissen und Natur

Naufahrtweg 14, 1220 Wien
zu meinem Reiseplan hinzufügen
Teilen, bewerten und Feedback
Artikel bewerten
Feedback an die wien.info Redaktion

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Anrede *