Museen & Ausstellungen

Schiele Sammlung im Leopold Museum

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Egon Schiele, Erwin Dominik Osen als Akt mit überkreuzten Armen, 1910
© Leopold Museum, Wien / Manfred Thumberger

Kunst aus Kliniken

Wien florierte um 1900 wie kaum eine andere Stadt – Malerei, Musik, Literatur und Architektur blühten auf. Doch Wien um 1900 galt auch als Europas Hauptstadt der klinischen Medizin. Künstler wie Egon Schiele (1890-1918) standen in engem Austausch mit Fachärzten, die damals als Kunstsammler und Auftraggeber fungierten.

„The Body Electric“ im Leopold Museum zeigt Werke von Schiele und dessen Weggefährten und Modell Erwin Osen (1891-1970), die diesem medizinischen Kontext entsprungen sind. Sie bereichern unser Verständnis der Wiener Moderne und ihrer Kunstpraxis – einer Kunstpraxis, die eng mit der klinischen Medizin verwoben war. Und gewähren einen gänzlich neuen Zugang auf – vermeintlich – Altbekanntes.

Elektrisierender Kontext

Ein Großteil der gezeigten Werke ist in Wiener Spitälern entstanden. Die Ausstellung baut auf erst vor Kurzem in England entdeckten Patientendarstellungen von Erwin Osen auf, die während des Ersten Weltkriegs im II. Wiener Garnisonsspital entstanden sind, wo er selbst als Patient stationär behandelt wurde. Der Wiener Arzt Stefan Jellinek hatte die Werke beauftragt – er forschte in der Einrichtung am Einsatz von Elektrizität in der Medizin und therapierte mittels elektrotherapeutischer Maßnahmen posttraumatische Belastungsstörungen bei Soldaten.

Schon 1913 begann Osen Patientenportraits im Auftrag des Allgemeinmediziners Adolf Kronfeld in der psychiatrischen Klinik Am Steinhof anzufertigen. Osens Werke werden Zeichnungen von Egon Schiele gegenübergestellt. Er schuf 1910 in Kooperation mit dem Gynäkologen Erwin von Graff Portraits von Schwangeren und Neugeborenen in der II. Frauenklinik.

The Body Electric. Erwin Osen - Egon Schiele

16.4.–26.9.2021

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Leopold Museum

Museumsplatz 1
1070 Wien
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