Netsuke
© Jüdisches Museum Wien

Den Ephrussis auf der Spur

Sie war eine der wohl einflussreichsten Familien Europas. Der Bankiersclan Ephrussi zieht heute wie damals die Augen und das Interesse auf sich. Im aufstrebenden Wien des 19. Jahrhunderts fand die ursprünglich aus Russland stammende Familie ihr neues Zuhause. Ihre Ahnen kamen von Odessa nach Wien und bauten hier im Herzen des Kaiserreichs ihr Imperium weiter aus.

Noch heute zeugt das Palais Ephrussi am Universitätsring 14 vom großen Erfolg und Reichtum der Familie. Konzipiert und erbaut wurde das Gründerzeit-Palais von niemand Geringerem als Theophil Hansen in Formen der Neorenaissance. Der Ringstraßen-Prachtbau war eine Mischung aus Palais und Zinshaus, denn über der obligatorischen Beletage wurden sogar eigene Mietwohnungen errichtet.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich begann das Unglück. Enteignet, ins Exil vertrieben und mittellos wurden die Ephrussis Weltenbürger. Von Österreich nach Frankreich, Großbritannien, Spanien, USA, Mexiko oder sogar bis nach Japan führte sie ihr Weg. Ihre Familienmitglieder sind mittlerweile über die ganz Welt verstreut.

Mit den Augen des Hasen

Edmund de Waal, selbst Nachfahre der Ephrussis, erzählte erstmals 2010 in seinem Bestseller "Der Hase mit den Bernsteinaugen" vom Aufstieg der Bankiersfamilie, ihrer Vertreibung durch die Nationalsozialisten und der Suche nach seinen eigenen Wurzeln. 

Das Jüdische Museum Wien begibt sich nun gemeinsam mit Edmund de Waal und dem Ephrussi-Archiv auf Spurensuche und lässt die Exponate ihre ganz eigene Geschichte über die Menschen erzählen, von denen sie einst gesammelt wurden. Herzstück der Ausstellung ist dabei das Familienarchiv, das de Waal im Namen seiner Familie dem Jüdischen Museum 2018 schenkte. Natürlich finden auch die 157 Netsukes (kleine japanische Schnitzereien, meist aus Wurzelholz oder Elfenbein), die dem Museum als Leihgabe von der Familie zur Verfügung gestellt wurden, ihren Platz. 

Die Ephrussis. Eine Zeitreise. 

6.11.2019 – 8.3.2020

Jüdisches Museum Wien Palais Eskeles

Dorotheergasse 11, 1010 Wien
  • Preise

    • Ticket gültig für Jüdisches Museum und Museum Judenplatz
    • Ihr Vorteil mit der Vienna City Card: -17% , -2€
  • Öffnungszeiten

    • Mo, 10:00 - 18:00
    • Di, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos (Automatische Schiebetüre   162  cm  breit )
    • Lift vorhanden
      • 110 cm breit und 140 cm tief , Tür 80 cm breit
    • Weitere Informationen
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Auf Anfrage Führungen für Menschen mit Behinderung.
      Ermäßigter Eintritt für Personen mit Behinderung 10 Euro (1 Begleiter frei) und Personen mit Sozialpass/Mobilpass (Lichtbildausweis erforderlich).

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