Bestattungsmuseum
© Bestattungsmuseum Wien

Grandios kurios: Wiens außergewöhnliche Museen

Neben den weltbekannten, kulturhistorischen Schätzen seiner renommierten Museen beherbergt Wien so manch außergewöhnliches Sammelsurium. Diese Museen eröffnen neue Perspektiven und werfen ihr Licht auf faszinierende Geheimnisse. Vorhang auf für Wiens grandios kuriose Museumsschätze. 

Gestatten? Wir bestatten: Bestattungsmuseum

"Der Tod ist unvermeidlich – also feiern wir ihn", lautet das Credo des Wiener Bestattungsmuseums. Nicht nur der Name, auch die Lage ist hier Programm. Denn welcher Standort wäre für ein solches Museum wohl besser geeignet als der Wiener Zentralfriedhof? Hier dreht sich alles um "a schöne Leich". Aufwendige Multimediastationen, eine historische Kutsche für Leichentransport und jahrhundertealte Klappsärge geben Einblick in die Kulturgeschichte des letzten Abschieds. Und nicht nur das: Hier können die Besucher sogar einmal im Jahr auf Tuchfühlung mit dem "Holzpyjama" gehen. Bei der Langen Nacht der Museen (Oktober) lädt das Bestattungsmuseum sogar zum Sargprobeliegen ein. Ebenfalls herrlich skurril ist der Totengräber-Merchandise wie etwa die im Museumsshop erhältlichen Lego-Figuren inklusive Bestatter-Männchen und Leichenwagen. Dass man den Wienern gerne einen gewissen Hang zum Morbiden nachsagt, kommt also nicht von ungefähr.

Mord und Totschlag: Kriminalmuseum

Auch wenn der Tod vielleicht ein Wiener ist, wie Georg Kreisler so schön singt, ist die Wiener Seele an sich natürlich harmlos. Meistens jedenfalls. Doch Mörder, Räuber, Polizeieinsätze und Hinrichtungen gab es überall – auch im morbid-romantischen Wien. So hat es sich das Wiener Kriminalmuseum zur Aufgabe gemacht, Licht auf die dunklen Seiten des Großstadtlebens zu werfen. Hier erfährt man, dass Österreich nicht immer eine der geringsten Kriminalitätsraten weltweit hatte, sondern sogar einige der spannendsten Kriminalgeschichten aus der sonst so beschaulichen Hauptstadt stammen.

Auf Knopfdruck: Enkelkinder- und Automatenmuseum

In Wien-Penzing hat der ehemalige Geschäftsmann und "Automatenkaiser" Ferry Ebert sein früheres Privatbüro in ein Mini-Museum verwandelt. Hier befinden sich zahlreiche Automaten aus früheren Zeiten: von Manner-Schnitten- über Brieflos- bis zu den kultigen Pez-Automaten kann man hier so manches Kuriosum bestaunen. Wer hier nur Kaugummi-Automaten erwartet, liegt also weit daneben. Ebert gilt als "Kondompionier", weil er 1956 die ersten Kondomautomaten aufstellte, die man natürlich ebenfalls in seiner Sammlung bewundern kann. Er selbst ist mittlerweile über 80 Jahre alt, doch den privaten Führungen widmet er sich nach wie vor begeistert. Unter der Nummer +43 664 130 04 05 können Termine vereinbart werden.

Am stillen Örtchen: Sanitärmuseum

Auf den ersten Blick ist sie vielleicht nicht besonders aufregend, dafür aber definitiv bedeutsam – die Geschichte der Sanitäranlagen Wiens. Die tägliche Dusche, das WC in den eigenen vier Wänden und Zugang zu Warmwasser in der Wohnung: Was längst zum Wiener Lebensstandard gehört, wäre vor wenigen Jahrzehnten noch purer Luxus gewesen. Im Sanitärmuseum kann man genauer in die Geschichte von Bassena (ein öffentlicher Brunnen, meist am Gang eines Mietshauses) und Tröpferlbad (Volksmund für eine öffentliche Badeeinrichtung) eintauchen, Sanitäranlagen der Wiener Badestuben oder die letzte Otto-Wagner-Toilette aus der ehemaligen Stadtbahnstation Nußdorfer Straße bewundern. Ein Museumsbesuch, der sich gewaschen hat!

Another Brick in the Wall: Ziegelmuseum

Wer jetzt gedacht hat, skurriler geht es nicht mehr, der möge den ersten Stein werfen. Aber bitte keinen Ziegelstein. Denn auch im Wiener Ziegelmuseum schaut man immer noch am besten mit den Augen. Hier widmet sich alles dem Grundstein so mancher Fundamente: den Ziegelsteinen. Unzählige Exponate aus aller Welt und unterschiedlichen Epochen beweisen, dass selbst der kleinste Stein große Bedeutung tragen kann. Der Eintritt ist frei, dafür freuen sich die Museumsbetreiber über mitgebrachte Zielgesteine der Besucher für ihre Sammlung.

Auf Harrys Spuren: Dritte Mann Museum

Deutlich eindeutiger ist die Geschichtsträchtigkeit des britischen Thrillers Der Dritte Mann. Er ist nicht nur ein Evergreen unter Filmliebhabern, sondern gilt auch als Zeitdokument der Wiener Nachkriegszeit. So werden im Dritte Mann Museum neben Filmrequisiten auch diverse Exponate und Originaldokumente gezeigt, die die Lebensrealität im zerstörten und besetzten Wien abbilden. Übrigens: Mit der Eintrittskarte der Dritte-Mann-Tour erhalten Besucher 50 % Ermäßigung auf den Museumseintritt.

Geschichte im ¾-Takt: Museum der Johann Strauss-Dynastie

Beim Gedanken an Wien hören viele nicht nur Anton Karas‘ "Zither-Partie" aus Der Dritte Mann, sondern summen auch gern den Donauwalzer. Sein Schöpfer Johann Strauss ist längst Symbolfigur des romantischen Dreivierteltakts. Der Wiener Walzerkönig stellt nicht selten seine Familie in den Schatten. Dabei waren auch sein Vater, seine Brüder und sein Neffe bedeutende österreichische Musiker und Komponisten. Im Museum der Johann Strauss-Dynastie wird das Wirken der gesamten Familie beleuchtet und natürlich auch vertont. Dank hochwertiger Kopfhörer können Besucher ausgewählte musikalische Kompositionen genießen.

Für alle, die von kuriosen Museen nicht genug bekommen:

Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof

Simmeringer Hauptstraße 234, 1110 Wien
  • Vienna City Card

  • Öffnungszeiten

    • Mo - Fr, 09:00 - 16:30
    • 1.3.-2.11. Sa, 10:00 - 17:30
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • 12 Stufen (Doppelschwingtüre )
        Rampe: 6% Gefälle mit Zwischenpodesten von 120 cm Länge, Mauerlichte von 160 cm und einer Durchgangslichte von 144 cm (Geländer zu Geländer)
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Anmerkungen

      Alternativ zur Rampe: Eingang über 12 Stiegen 14,66/35 cm, Mauerlichte 160 cm, beidseitiger Handlauf 144 cm Durchgangslichte 144 cm;

       

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Kriminalmuseum

Große Sperlgasse 24 , 1020 Wien
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Enkelkinder- und Automatenmuseum

Beckmanngasse 7, 1140 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Besichtigung nach telefonischer Vereinbarung mit Hrn. Ferry Ebert
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Sanitärhistorisches Museum

Mollardgasse 87, 1060 Wien
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Wiener Ziegelmuseum

Penzinger Straße 59, 1140 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 10-12 Uhr geöffnet. An Feiertagen sowie Juli und August geschlossen.
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Dritte Mann Museum

Pressgasse 25 , 1040 Wien
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Museum der Johann Strauss Dynastie

Müllnergasse 3, 1090 Wien
  • Vienna City Card

  • Öffnungszeiten

    • Mi, 10:00 - 13:00
    • Mi, 15:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 13:00
    • Do, 15:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 13:00
    • Fr, 15:00 - 18:00
    • Sa, 10:00 - 13:00
    • Sa, 15:00 - 18:00
    • Für Gruppen ab 10 Personen sind Sonderöffnungszeiten gegen Voranmeldung - auch während der Sommerschließung - möglich: Tel. +43 664 502 61 32, wien@strauss-museum.at.
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