Hedy Lamarr
© MGM/Foto: Laszlo Willinger

Lady Bluetooth

Objekt der Begierde, gefeierter Weltstar, verkannte Erfinderin. Hedy Lamarr hatte viele Facetten. Die 1914 in Wien geborene Hedwig Eva Maria Kiesler wurde in eine bürgerliche Familie geboren. Der Vater Bankdirektor mit Lemberger Wurzeln, die Mutter ausgebildete Konzertpianistin aus Budapest – quasi eine typische Wiener Familie der österreichisch-ungarischen Monarchie. Früh wurde ihr Schauspieltalent gefördert und der erste große Erfolg ließ mit dem Film "Ekstase" nicht lange auf sich warten. Mit 19 Jahren dreht sie die erste Nacktszene und den ersten weiblichen Orgasmus in der Filmgeschichte. Was für ein Skandal! Doch der tut Hedys Karriere keinen Abbruch. Sie ist gefragter denn je und findet sich nach einer missglückten Ehe mit dem Wiener Waffenfabrikanten Fritz Mandl im schillernden Hollywood der späten 1930er-Jahre wieder.

Von Femme fatale zu Femme géniale

1937 begann für Hedy in Amerika ein neues Leben. Fortan nennt sie sich Hedy Lamarr und steigt schnell von der Newcomerin zur Filmdiva auf. Die "schönste Frau der Welt" dreht mit Hollywood-Größen wie Clark Gable oder Jimmy Stewart und wird zur Schauspiel- und Stil-Ikone. Doch Hedys Talent beschränkt sich nicht allein auf die Bühne. So entwickelte sie gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil das Frequenzsprungverfahren. Eine Technik, die es dem amerikanischen Militär ermöglichen sollte, Funksignale für Torpedosteuerungen unauffindbar zu machen. Genial! 1942 erhielten Antheil und Lamarr das Patent mit der Nr. 2292387 und schenkten es der US Navy, die die brillante Technik jedoch verkannte und in einer Schublade verschwinden ließ. Erst viele Jahre später bekam diese bahnbrechende Erfindung endlich die Aufmerksamkeit, die ihr gebührte. Bis heute ist das Frequenzsprungverfahren noch im Einsatz und legte den Grundstein für GPS, WLAN, Bluetooth und Co. Da Hedy das Patent aber auslaufen ließ, haben die beiden Erfinder nie auch nur einen Cent mit ihrer Technik verdient.

Die Ausstellung im Museum Judenplatz setzt sich mit dem facettenreichen Leben von Hedy Lamarr als Schauspielerin und Erfinderin auseinander und beleuchtet dabei besonders ihre Jahre in Wien und Berlin.

Übrigens: Ihre Geburtsstadt Wien gedenkt der genialen Filmdiva seit 2018 mit einem eigenen Wissenschaftspreis. Der mit 10.000 Euro dotierte Hedy-Lamarr-Preis wird jedes Jahr an innovative Frauen in der IT-Branche vergeben.

Tipp: Retrospektive Hedy Lamarr

Das Metro Kinokulturhaus widmet sich ab Mitte Dezember mit einer umfassenden Retrospektive Hedys Werk.

Lady Bluetooth. Hedy Lamarr

27.11.2019 – 10.5.2020

Museum Judenplatz Misrachi-Haus

Judenplatz 8, 1010 Wien
  • Preise

    • Ticket gültig für Jüdisches Museum und Museum Judenplatz
    • Ihr Vorteil mit der Vienna City Card: -17% , -2€
  • Öffnungszeiten

    • Mo, 10:00 - 18:00
    • Di, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 14:00
    • So, 10:00 - 18:00
    • Während der Sommerzeit Fr 10-17 Uhr
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos
    • Weitere Informationen
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Ermäßigter Eintritt für Personen mit Behinderung 8 Euro (1 Begleiter frei) und Personen mit Sozialpass/Mobilpass (Lichtbildausweis erforderlich)

    • Anmerkungen

      Ausstellungsräume stufenlos, Synagogenausgrabung nicht rollstuhlgeeignet

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Retrospektive: Hedy Lamarr

12.12.2019 – 7.1.2020

Metro Kinokulturhaus

Johannesgasse 4, 1010 Wien
  • Preise

    • Erwachsene   €6
    • Kombiticket Kino & Ausstellung: €11
  • Öffnungszeiten

    • Ausstellung: täglich, 15:00 - 21:00
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos
    • Weitere Informationen
      • 1 Rollstuhlplätze verfügbar
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
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