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Street Art am Bauzaun des Wien Museums Karlsplatz
© Klaus Pichler

Open-Air-Kunst im Sommer

Architektinnen, Stadtplanerinnen und Städtebauerinnen haben unseren urbanen Lebensraum in den letzten 150 Jahren maßgeblich beeinflusst: Von kreativen Impulsen (der österreichischen Architektin Anna Popelka etwa verdanken wir die berühmten Enzi-Sitzelemente im Museumsquartier) bis zu monumentalen Gebäuden, Plätzen und Brücken (unter der Leitung von Emily Warren Roebling wird 1883 die Brooklyn Bridge in New York eröffnet). Sie sind zwei von 18 Frauen, deren erstaunlichem Werk die Freiluft-Ausstellung Frauen Bauen Stadt gewidmet ist. Sechs Stationen können derzeit in der Seestadt Aspern besichtigt werden, jenem neuem Stadtteil im Nordosten Wiens, der auch mit der Installation weiblicher Straßennamen neue Maßstäbe setzt!

Kunst an Zäunen und Mauern

Wer sind die „Fremden“ in unserem Bezirk? Die Porträtfotografin und Buchautorin Aleksandra Pawloff, Französin russischen Ursprungs und seit vielen Jahren in Wien beheimatet, hat Bewohner des neunten Bezirks mit Wurzeln in aller Welt fotografiert und befragt. Das Ergebnis: Fremd bin ich gekommen - eine Ausstellung entlang des Donaukanals, an den Außenseiten der Ballkäfige in der Nähe der U4-Station Roßauer Lände. Noch bis Ende Oktober ist sie frei zugänglich.

Drinnen wird gehämmert und gebohrt - draußen kommt die Kunst weiterhin nicht zu kurz. Der Bauzaun rund um das Wien Museum Karlsplatz wird im Sommer 2021 und 2022 zur Leinwand für Street Art. Unter dem Motto Urban Natures setzen sich verschiedene Künstler mit der Schnittstelle zwischen Stadt und Natur, Bebauung und Grün auseinander. Und auf der "Wienerwand", einem Teil des Bauzauns, darf legal gesprayt werden.

Jede Menge Street Art wartet auch beim Calle Libre Festival 2021. Die achte Auflage des alljährlichen Events steigt dieses Jahr unter dem Motto "RE:PRESENT". In ganz Wien kann man Künstlern bei der Arbeit zusehen, dazu finden zahlreiche Veranstaltungen wie Workshops und Paneldiskussionen statt.

Gitti, Mona und Lisa

Freilicht-Kunst gibt´s in Wien nicht nur in Form von aktuellen Ausstellungen und Initiativen. Anderen Projekten begegnet man permanent. Der Verein Stadtschrift setzt sich seit 2012 für die Sammlung und Erhaltung historischer Beschriftungen ein. Nicht mehr benötigte Schriftzüge von Wiener Geschäften kehren über "Mauerschauen" in den öffentlichen Raum zurück. Zwei dieser Schauen können derzeit besichtigt werden: 13 alte Schriftzüge aus dem Lebensmittel- und Dienstbereich am Ludwig-Hirsch-Platz im Karmeliterviertel sowie eine Sammlung an Frauen-Namen, die zum Teil auf ehemalige Geschäftsbesitzerinnen zurückgehen (Ecke Mollardgasse/Hofmühlgasse im 6. Bezirk). Weitere Projekte sind in Planung!

Kunst auf Hauswänden - damit beschäftigt sich auch das Museum des Hinaufschauens. Wiens Fassaden sind voll mit Malereien, Mosaiken und vielem mehr. Über Instagram werden Fotos mit der Raufschau-Community geteilt. Auf diese Weise kann sich jeder an den öffentlichen Kunstwerken erfreuen und mit eigenem Hintergrundwissen dazu beitragen, dass so manches Rätsel im urbanen Alltag gelöst wird.