Halbakt des Künstlers vor blauem Hintergrund.
© Leopold Museum, Wien

Ein Außenseiter im Leopold Museum

Viel Zeit hatte der österreichische Maler Richard Gerstl (1883-1908) nicht, sein künstlerisches Talent zur Geltung zu bringen. Er nahm sich im Alter von 25 Jahren das Leben. Dennoch schuf er in den wenigen Jahren ein extrem modernes Werk. Gerstl gilt als erster österreichischer Expressionist, der noch vor Egon Schiele und Oskar Kokoschka mit seinem Stil Neuartiges schuf. Aufgrund seiner zurückgezogenen Lebensweise und seiner Weigerung, seine Bilder in Ausstellungen zu zeigen, nimmt sein Werk international betrachtet eine Außenseiterposition ein. 25 Jahre nach der letzten monografischen Schau in Österreich widmet das Leopold Museum dem Künstler eine umfassende Präsentation, die auf den beeindruckenden Werken der eigenen Sammlung aufbaut.

Rätselhafter Maler

Gerstl war gerade zwanzig Jahre alt, als er sich mit nacktem Oberkörper vor dunkelblauem Hintergrund porträtierte. Er war hager, hatte Magenprobleme und ihm wurde eine Sprödhaftigkeit nachgesagt. Er selbst war sein beständigstes Motiv. Es bleibt ein Rätsel, was ihn an der eigenen Person, am eigenen Gesicht interessiert hat. Eine zentrale, ja fast schicksalshafte Rolle in seinem Leben spielte sein enger Kontakt mit dem Musikerkreis um den Komponisten Arnold Schönberg. Diese Freundschaft fand allerdings im Sommer 1908 ihr jähes Ende, als bekannt wurde, dass Gerstl eine Liebesbeziehung mit Mathilde Schönberg unterhielt. Der Maler verlor alle Kontakte zum Schönberg-Kreis und stürzte - völlig vereinsamt und isoliert - in eine Depression. In der Nacht vom 4. auf den 5. November 1908 beendete der junge Maler in seinem Atelier schließlich sein Leben. Gerstls Werk gerät daraufhin in Vergessenheit, und wird erst 20 Jahre später durch den Wiener Kunsthändler Otto Kallir-Nirenstein der Öffentlichkeit vorgestellt. Heute befindet sich die umfangreichste Sammlung Richard Gerstls Werke im Leopold Museum.

Richard Gerstl: Inspiration - Vermächtnis

27.9.2019-20.01.2020

Leopold Museum

Museumsplatz 1 , 1070 Wien
  • Preise

  • Öffnungszeiten

    • Mo, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 21:00
    • Fr, 10:00 - 18:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
    • Open daily from June to August, closed on Dec 24, Dec 31: 10-17, Jan 1: 10-18
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos (Doppelschwingtüre )
    • Parkplätze Haupteingang
      • 4 Behinderten-Parkplätze vorhanden
        Parkplätze am Areal sind über die Haupteinfahrt / Ecke Volkstheater erreichbar
    • Lift vorhanden
      • 89 cm breit und 210 cm tief , Tür 90 cm breit
    • Weitere Informationen
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Anmerkungen

      Ausstellungsräume und Restaurant/Café sind stufenlos

       

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