Provisorische Badehose

Sex in Wien

Geben Sie's zu: Sie haben nur wegen des Titels in den Artikel geklickt, oder? - Und das war definitiv kein Fehler. Zwar erfahren Sie hier und jetzt nicht, wo es Sex in Wien gibt. Aber wir empfehlen einen Besuch der gleichnamigen Ausstellung im Wien Museum, um zu erfahren, wann und wo vom 19. Jahrhundert bis heute in Wien Amouröses passierte.

Je größer eine Stadt nämlich wurde, desto mehr Freiräume gab es, die Anonymität und Erfüllung sexueller Wünsche möglich machten. Die Schau geht unter anderem den Fagen nach, welche Arten von sexuellem Begehren offen ausgelebt werden konnten, welche nur im Verborgenen. Und welche Konsequenzen man fürchten musste, wenn man erwischt wurde. Fest steht: In den Schlafzimmern, dunklen Ecken und Bordellen Wiens ging es heiß her.

Medizinischer Dildo und Sex im Fiaker

Erzählt werden all diese Geschichten mithilfe einzigartiger Exponate, die im Wien Museum ausgestellt werden, unter anderem:

  • So war der Handel mit Dildos lange Zeit verboten. Nur gegen medizinische Verschreibung (für einen impotenten Mann oder eine "hysterische" Frau, die mit einer Orgasmus-Kur geheilt werden sollte) durften sie abgegeben werden. In der Ausstellung ist ein Dildo aus der Zeit um 1900 zu sehen, der von der Polizei beschlagnahmt wurde.
  • Heute werden Touristen damit durch die Stadt kutschiert, früher dienten Fiaker oft als Liebesnest: Die Fuhren, bei denen der Kutscher langsam und Schlaglöcher meidend durch die Stadt fuhr, hießen in Wien "Porzellanfuhren". Eine Postkarte veranschaulicht dies.
  • Auch die Ufer der Donau fungierten als begehrter Treffpunkt für Liebeshungrige: Trotz Verbots konnte man dort meist ungestört nackt baden. War jedoch die Polizei im Anmarsch, musste das so genannte "Lobaufetzerl" - ein mehr als improvisiertes Badehöschen - herhalten, um nicht wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet zu werden.
  • Der erste weibliche Orgasmus der Filmgeschichte kam aus Wien: Hedy Kiesler (vielen als Hollywoodstar Hedy Lamarr bekannt) trat in dem 1933 entstandenen Film "Ekstase" vollkommen nackt auf und erreichte einen Oscar-reifen Höhepunkt. In der Ausstellung wird eine Sequenz von mehr als drei Minuten gezeigt.
  • Wo heute einer der schönsten Weihnachtsmärkte der Stadt stattfindet, waren früher Prostituierte unterwegs: Der zweifelhafte Ruf des Spittelbergs wird anhand einer Postkarte illustriert.
  • Homosexualität war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein nicht nur ein Skandal, sondern auch offiziell verboten. Nichtsdestotrotz trafen sich Schwule im ehemaligen "Centralbad", das heute als "Kaiserbründl" bekannt ist. Dort kassierte sogar der schwule jüngere Bruder Kaiser Franz Josephs eine saftige Ohrfeige, weil er einen Offizier unsittlich berührte. Die Ausstellung zeigt ein sehr schönes Plakat aus dem Jahr 1904.

Der Zutritt zur Ausstellung ist nur Personen ab 18 Jahren gestattet!

Sex in Wien. Lust, Kontrolle, Ungehorsam

15.9.2016-22.1.2017

Wien Museum Karlsplatz

Karlsplatz, 1040 Wien
  • Preise

    • Jugendliche unter 19 J.   €0
    • Jeden ersten Sonntag im Monat freier Eintritt für alle
    • Ihr Vorteil mit der Wien-Karte: -2€
  • Öffnungszeiten

    • Di - So, 10:00 - 18:00
    • feiertags, 10:00 - 18:00
    • geschlossen: 1.1., 1.5., 25.12.
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos (Doppelschwingtüre   179  cm  breit )
        über Rampe
    • Parkplätze Haupteingang
      • Behinderten-Parkplätze vorhanden
        hinter dem Museum (Maderstraße, Museum von dort aus stufenlos zu erreichen).
    • Lift vorhanden
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Rollstuhl zum Ausleihen steht zur Verfügung.
      Auf Anfrage werden in der Dauerausstellung Führungen für blinde und sehbehinderte Personen angeboten, Anmeldung unter Tel. +43 1 505 87 47– 85 180.
      Übersichtsplan in Großdruck bei der Information erhältlich.

    • Anmerkungen

      Café: über Rampe erreichbar. Shop: stufenlos erreichbar.
      Ausstellungsbereiche sind mit dem Aufzug (ausgestattet mit Braille-Schrift) stufenlos erreichbar und mit dem Rollstuhl barrierefrei erschließbar.

Eine gleichnamige Film-Retrospektive im Metro Kinokulturhaus begleitet die Ausstellung und thematisiert die erotische Filmproduktion in Wien vor 1938.

Sex in Wien

Eine Sub-Geschichte des österreichischen Kinos 1906–1938
16.9.-19.10.2016

Metro Kinokulturhaus

Johannesgasse 4, 1010 Wien
  • Preise

    • Erwachsene   €6
    • Kombiticket Kino & Ausstellung: €11
  • Öffnungszeiten

    • Ausstellung: täglich, 15:00 - 21:00
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos
    • Weitere Informationen
      • 1 Rollstuhlplätze verfügbar
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.

 

Teilen, bewerten und Feedback
Artikel bewerten
Artikel weiterempfehlen

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.
Die angegebenen Daten und E-Mail-Adressen werden nicht gespeichert oder weiterverwendet.

Von
an
Feedback an die wien.info Redaktion

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Anrede *
Anrede