Frau steht in der Nachbildung des Cabaret Fledermaus
© Belvedere/Getty Images for Barbican Art GA/Tristan Fewings

Willkommen, Bienvenue, Welcome!

Das Nachtleben pulsiert. Cabarets und Clubs sprießen aus dem Boden und man spürt: Eine neue Zeit bricht an. Denn zwischen Malerei, Tanz, Architektur, Design und Literatur entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ganz besondere Avantgarde. Künstler waren auf der Suche nach Inspiration, und sie wurden fündig. Denn Nachtclubs waren die idealen Orte, um sich treiben zu lassen. Man sog das Leben auf und verarbeitete die Erlebnisse und Gespräche der Nacht auf der Leinwand. Berühmt, berüchtigt und von Sagen umrankt waren sie alle. Doch einige von ihnen wurden zu Legenden. Im Zürcher Cabaret Voltaire, das von Hugo Ball und Emmy Hennings gegründet wurde, hingen von Picasso bis Arp und Modigliani bereits die großen ihrer Zeit an den Wänden. Das Pariser Le Chat Noir stand wiederum schon in den 1880er Jahren mit seinem Schattentheater in den Startlöchern als Vorläufer der Kinokultur. Aber auch Theo van Doesburgs (Mitbegründer von "De Stijl") minimalistische Entwürfe für den Club L’Aubette in Straßburg sorgte mit seiner außergewöhnlichen Architektur für Aufsehen. Und in Wien? In Wien schlug das einzigartige Design der Wiener Werkstätte für das Cabaret Fledermaus große Wellen.

Cabaret Fledermaus

Kärntner Straße 33, Ecke Johannesgasse. Hier wurde im Herbst 1907 ein Nachtlokal eröffnet, das seinesgleichen suchte. Auf Initiative von Fritz Wärndorfer (Gründungsmitglied Wiener Werkstätte) entstand im Souterrain das Cabaret Fledermaus. Komplett ausgestattet von der Wiener Werkstätte markierte es den Übergang vom Secessionismus zum Expressionismus. Neben Josef Hoffmann waren auch berühmte Zeitgenossen wie Gustav Klimt, Oskar Kokoschka oder Koloman Moser an der Entstehung des Cabaret Fledermaus beteiligt. Und man überließ nichts dem Zufall, hier wurde alles von der Anstecknadel bis zum Besteck über die Möblierung durchdesignt. Das charakteristisch für die Fledermaus stehende Mosaik, das aus insgesamt ca. 7.000 Majolikaplatten bestand, wurde von Bertold Löffler entworfen. 

Übrigens: Die von Josef Hoffmann eigens für das Cabaret gestaltete Sitzgruppe wird noch heute unter dem Namen "Fledermaus" vom Wiener Traditionsunternehmen Wittmann produziert. 

Mit der Ausstellung Into the Night stellt das Untere Belvedere den pulsierenden Kosmos der Clubszenen ab sofort ins Rampenlicht und zeigt deren inspirierte Künstler, die weltweit mit ihrem Werk für Aufsehen gesorgt haben. Highlight der Schau stellt eindeutig der originalgetreue Nachbau des Cabaret Fledermaus dar, das Ihnen eine Zeitreise ins Jahr 1907 ermöglicht. Mit Werken von Hans Arp, Hugo Ball, Otto Dix, Josef Hoffmann, Jacob Lawrence, Elfriede Lohse-Wächtler, Oskar Kokoschka, Henri Toulouse-Lautrec und vielen weiteren. Realisiert wurde die Ausstellung in Kooperation mit dem Barbican London.

Zusätzlich zur Ausstellung finden in den Räumlichkeiten des Unteren Belvedere und der Orangerie unter anderem Theater, Konzerte, Lesungen und Tanzperformances statt. Mehr dazu finden Sie hier.

Into the Night. Die Avantgarde im Nachtcafé. 

14.2.–1.6.2020

Belvedere - Unteres Belvedere & Orangerie

Rennweg 6, 1030 Wien
  • Preise

    • Jugendliche unter 19 J.   €0 €
  • Öffnungszeiten

    • Mo, 10:00 - 18:00
    • Di, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 21:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • ( Tür  90  cm  breit )
        Rennweg 6
      • Rampe 600  cm  lang , 200  cm  hoch
    • Lift vorhanden
      • 140 cm breit und 90 cm tief
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Führungen für Gruppen in Gebärdensprache (ÖGS) und "Anders-Sehen-Führungen" (Tastführungen), Ermäßigter Eintritt für Menschen mit Behinderungen und Assistenzpersonen.

    • Anmerkungen

      Shop Unteres Belvedere und Orangerie: barrierefrei zugänglich

      Orangerie: barrierefrei zugänglich; Eingang in die Orangerie:  Zugang über Verbindungsgang vom Unteren Belvedere in die Orangerie, 2 einflügelige Glastüren (jeweils 131 cm breit); barrierefreies WC in der Orangerie.

       

       

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