7 Jugendstil-Highlights in Wien

Einst waren sie künstlerische Revoluzzer und wurden kritisch beäugt. Heute feiert die Kunstwelt ihren Stil. Die Künstler des Jugendstils gingen damals neue Wege. Weg von den bisherigen Zwängen, die immer am Alten festhielten. Otto Wagner, Gustav Klimt und viele weitere gingen voran und passten ihre Kunst an die neuen Materialien und Möglichkeiten an. Es entstand ein völlig neuer Stil, der abseits der Leinwände und Ateliers sogar ganze Stadtbilder prägte. Das hat auch in Wien bis heute an vielen Stellen Spuren hinterlassen.

Wien gilt daher für viele als Hauptstadt des Jugendstils. Sechs berühmte Orte, an denen der Jugendstil in Wien immer noch zu sehen ist, haben wir uns genauer angesehen.

Wiener Secession

Als Gustav Klimt und einige andere Künstler 1897 das konservative Künstlerhaus verließen, brauchten sie eine neue künstlerische Bleibe. Ein Jahr später wurden sie in der Nähe des Wiener Naschmarkts fündig. Hier hatte Joseph Maria Olbrich 1898 die Wiener Secession fertiggestellt – ein damals sehr umstrittenes Bauwerk. Den ursprünglichen Standort an der Ringstraße konnten die Kritiker verhindern, den grundsätzlichen Bau der Secession zum Glück nicht. So ist die Secession bis heute eines der bekanntesten Gebäude Wiens. Die eindrucksvolle Kuppel aus goldenen Blättern – auch Krauthappel genannt – ist bereits von Weitem zu sehen. Der Rest der Secession steckt voller Jugendstil-Elemente. Ein besonderes Highlight ist das Beethovenfries von Gustav Klimt, eines seiner größten Meisterwerke. Im Untergeschoß interpretiert es auf 34 Metern Länge die 9. Symphonie von Beethoven.

Strudlhofstiege

Im 9. Wiener Gemeindebezirk verbindet die Strudlhofstiege die Strudlhofgasse mit der Liechtensteinstraße. Weit über diesen praktischen Zweck hinaus ist die Stiege vor allem als wichtiges Bauwerk des Wiener Jugendstils bekannt. Johann Theodor Jaeger hat sich mit ihr 1910 selbst ein Denkmal aus Mannersdorfer Kalkstein gebaut. Die geschwungenen Stufen, die grünen Geländer und die kleinen Brunnen verleihen der Strudlhofstiege ihren besonderen Charakter. Heute dient sie als beliebtes Fotomotiv und als Eventlocation für Konzerte. Im Jahr 1951 machte der Roman „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ von Heimito Doderer die Stiege über Wiens Grenzen hinaus berühmt.

Hohe Brücke

Zugegeben, die Hohe Brücke zählt nicht zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In Sachen Jugendstil ist sie jedoch ein sehr bedeutendes Bauwerk in Wien. Die ersten belegten Ursprünge einer Brücke an dieser Stelle führen bis ins Jahr 1295 zurück. Im Laufe der Jahrhunderte lösten verschiedene Brücken einander ab. Die Hohe Brücke in ihrer aktuellen Form stammt aus 1904. Heute steht sie unter Denkmalschutz. Die Außenverkleidung aus Marmor, die mit Ornamenten verzierten Geländer und die liebevoll gestalteten Bilder vorheriger Brückenentwürfe machen die Hohe Brücke zu einem beeindruckenden Vertreter des Jugendstils. Was sich wohl hinter den Rollläden in den Seitenwänden unter der Brücke verbirgt? Nichts. Sie dienen rein zur Zierde.

Ankeruhr

Unser nächstes Jugendstil-Bauwerk ist ebenfalls eine Brücke, die jedoch als Uhr berühmt wurde. Diese ungewöhnliche Verwandlung dient seit Dezember 1914 als Verbindung zwischen zwei Gebäuden der ehemaligen Versicherung „Der Anker“. Dabei ist die von Franz Matsch entworfene Ankeruhr nicht dafür berühmt, exakt wie ein Schweizer Uhrwerk zu ticken, sondern für ihre Gestaltung im Jugendstil und für die 12 historischen Figuren. Sie drehen Stunde um Stunde ihre Runden. Persönlichkeiten wie Karl der Große, Walther von der Vogelweide, Kaiserin Maria Theresia und Joseph Haydn ziehen je eine Stunde lang langsam vorbei. Alle 12 Stunden drehen sämtliche Figuren eine gemeinsame Runde, jede von einem eigenen Lied begleitet. Ursprünglich kam die Musik von 800 Pfeifen einer mechanischen Orgel. Heute erfolgt die Wiedergabe digital. Das tut dem kurzen Spektakel jedoch keinen Abbruch.

Klimt-Villa

Optisch hat die Klimt-Villa nur wenig mit dem Jugendstil zu tun. Als letzte Wirkungsstätte Gustav Klimts jedoch umso mehr Bedeutung für diese Epoche. Von 1911 bis zu seinem Tod 1918 nutzte Klimt diese Villa im 13. Bezirk als Atelier. So malte er hier nach einem seiner vielen Attersee Urlaube das Bild „Litzlberg am Attersee“. Es wurde 2011 für 29,5 Millionen Euro versteigert. Seit Gustav Klimts Tod hatte die Villa eine bewegte Geschichte. Die jeweiligen Besitzer haben sie mehrmals um- und ausgebaut. Sogar ein Abriss stand zur Debatte. Schließlich wurde die Klimt-Villa 2012 revitalisiert und für Besucher geöffnet. Klimts Atelier wurde dafür originalgetreu nachgebaut und kann besichtigt werden.

Café Rüdigerhof

Der Rüdigerhof verdankt seinen Namen dem Feldmarschall Ernst Rüdiger von Starhemberg und sein Aussehen dem Architekten Oskar Marmorek. Dieser Schüler Otto Wagners ließ den Rüdigerhof 1902 erbauen und mit vielen typischen Gestaltungen und Verzierungen zu einem bedeutenden Bauwerk des Jugendstils werden. Ein Jahr später eröffnete im Erdgeschoß das Café Rüdigerhof. Seit jeher ist es ein beliebter Treffpunkt für Wiens Intellektuelle, Künstler und allen anderen, die gerne der Wiener Kaffeehauskultur frönen. Die Einrichtung ist seit den 1960er Jahren fast unverändert geblieben. Dieser Umstand verleiht dem Café Rüdigerhof gemeinsam den für den Jugendstil typischen Verzierungen an den Decken und Wänden einen ganz besonderen Charme.

Apotheke zum weißen Engel

Eine Apotheke als Sehenswürdigkeit? Wenn man Wien auf den Spuren des Jugendstils erkundet, auf jeden Fall! Die Geschichte der Engel Apotheke reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Nach mehreren Standortwechseln bezog die Apotheke 1902 ihr immer noch aktuelles Zuhause in einem typischen und heute noch bedeutenden Jugendstilbau. Marmorelemente und Mosaike, die zwei Engel im klassischen Jugendstil darstellen, machen die Front des Gebäudes zu einem beliebten Fotomotiv direkt im historischen Zentrum Wiens.

Secession

Friedrichstraße 12 , 1010 Wien
  • Vienna City Card

  • Öffnungszeiten

    • Di, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 18:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • 13 Stufen (Schwingtüre   120  cm  breit )
    • Nebeneingang
      • stufenlos (Schwingtüre 120 cm breit )
        über Außenlift (Glocke)
    • Lift vorhanden
      • 80 cm breit und 105 cm tief , Tür 80 cm breit
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
    • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung

      Menschen mit Behinderung bezahlen den ermäßigten Eintrittspreis, Begleitpersonen erhalten freien Eintritt.
      (Audioguide gratis mit der Vienna City Card; mit iBeacons-Technologie werden kostenfreie Audiotouren für Smartphones angeboten)

    • Anmerkungen

      Haupträume mit Lift erreichbar, Zugang zu den Ausstellungsräumen und Galerie: mit Lift erreichbar, Beethovenfries (2. Untergeschoß): 18 Stufen (Begleitperson!).
      Grafisches Kabinett: 24 Stufen.

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Strudlhofstiege

Strudlhofgasse 8, 1090 Wien
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Hohe Brücke

Wipplingerstraße 23, 1010 Wien
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Ankeruhr

Hoher Markt 10-11, 1010 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Figurenparade mit Musik & Bühne: täglich 12 Uhr; Weihnachtlieder im Advent: täglich 17 und 18 Uhr
  • Barrierefreiheit

    • Anmerkungen

      Nur von außen zu besichtigen.

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Klimt-Villa

Feldmühlgasse 11, 1130 Wien
  • Vienna City Card

  • Öffnungszeiten

    • Di, 10:00 - 18:00
    • Mi, 10:00 - 18:00
    • Do, 10:00 - 18:00
    • Fr, 10:00 - 18:00
    • Sa, 10:00 - 18:00
    • So, 10:00 - 18:00
    • feiertags, 10:00 - 18:00
  • Führungen

    • Samstag, Sonn- und Feiertag

      • öffentliche Führung um 14.00 Uhr (keine Anmeldung erforderlich)
  • Barrierefreiheit

    • Haupteingang
      • stufenlos
    • Weitere Informationen
      • Blindenhunde erlaubt
      • Behinderten-WC mit barrierefreiem Zugang vorhanden.
    • Anmerkungen

      Der Zugang zur Ausstellung ist barrierefrei, die Räume selbst sind barrierearm.
      Der gesamte Garten ist barrierefrei.

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Zum weißen Engel Apotheke

Bognergasse 9, 1010 Wien
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