Baden an der Alten Donau
© WienTourismus/Paul Bauer

Wiener Badewonnen

Sommer, Sonne, Sand-Strand-Feeling – das lieben nicht nur die Wiener. Dank der schönen blauen Donau ist das in Wien kein Problem. Wiens Gewässer bereichern das Stadtleben auf einzigartige Weise. Bootfahren, Spazieren oder Baden machen den Sommer in Wien zu einem Sommer am Meer. Den echten Wiener Charme erlebt man in den typischen Strandbädern. Es gibt sie für jeden Geschmack: Wer das Baden im Naturgewässer bevorzugt, aber nicht auf die gepflegten Grünflächen, Sanitäranlagen oder das Gastro- Angebot von Freibädern verzichten will, ist an der Alten Donau bestens bedient. Das Gänsehäufel, das Strandbad Alte Donau und das Bundesbad sind Wiens bekannteste Strandbäder.

Wo Baden Kult ist: das Gänsehäufel

Die Alte Donau – ein ehemaliger Seitenarm des Donauflusses – wurde vor 150 Jahren in ein stehendes Gewässer verwandelt und ist seitdem der Wiener liebstes Urlaubsziel im Sommer. Ein Sinnbild der Wiener Badekultur ist das Gänsehäufel. Im Zuge der Donauregulierung entstand eine Insel mit 330.000 Quadratmetern Grundfläche und über einem Kilometer Strandlänge – bis heute ist sie zu Land nur über eine Brücke erreichbar. Dieser „Sandhaufen“ wurde später zum Gänsehäufel und ist wohl das kultigste Wiener Bad. Seit über 100 Jahren tummeln sich hier jeden Sommer sonnenhungrige Stadt- und Strandurlauber aller Altersklassen. Die jungen lieben das Wellenbecken und die Pool-Landschaft, die älteren Gäste bevorzugen die Ruhe und Weitläufigkeit der Grünanlage.

Kabane

Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben: Die Kabanen bieten nur für das Nötigste Platz, und trotzdem braucht man hier nicht mehr zum Glücklichsein.

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Uhr im Strandbad Gänsehäufel

Nach Bombenhagel und Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gänsehäufel 1950 wiederaufgebaut und der Uhrturm errichtet.

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Obwohl der schöne, 27 Meter hohe Uhrturm im Zentrum der Bade-Insel steht, wird Zeit zur Nebensache – man entflieht dem Alltag und lässt die Sorgen hinter sich. Kümmern muss man sich um kaum etwas: Für die Sicherheit der Badegäste sorgen die „Badewaschel“ – Wiener Bademeister – mit ihren wachen Augen und lauten Trillerpfeifen. Schatten spenden über 2.000 Bäume. Wer hungrig ist, inspiziert das Angebot der Imbisse oder des Strandcafés und gönnt sich Deftiges oder auch ein Eis. Wer Abwechslung sucht, spielt Minigolf oder Beachvolleyball und wer einfach nichts tun will, dem sei auch das vergönnt. „Nur ned hudln“, soviel wie „immer mit der Ruhe“ lautet die Devise hier. Das sieht man auch den Stammgästen an, den braungebrannten Pensionisten. Ihr Revier ist der Weststrand. Dort stehen die beliebten Kabanen – insgesamt 290 kleine Häuschen, die bunt dekoriert an eine Kleingartensiedlung erinnern und über den Sommer gemietet werden. Die drei Quadratmeter puren Glücks bleiben oft über Jahrzehnte in Familienbesitz. Kein Wunder, schließlich wartet man bis zu zehn Jahre auf diesen sommerlichen „Zweitwohnsitz“. Übernachten darf man darin allerdings nicht – beim Badeschluss-Lied, das jeden Abend um ca. 19.30 Uhr abgespielt wird, müssen alle Gäste das Bad verlassen. Durch die Lautsprecher erklingt das melancholische Lied „Badeschluss“ der Wiener Band „5/8erl in Ehr’n“ und signalisiert, dass der Badespaß für heute vorbei ist. Doch der nächste Badetag in Wiens Freibädern kommt bestimmt.

 

Schutz vor Hochwasser und Langeweile

Von der Alten Donau ist es nicht weit bis zur Neuen Donau: Auf der Donauinsel wurde ein Bereich so groß wie sechs Fußballfelder in einen modernen City-Strand umgestaltet. Der Copa-Beach beamt uns mit Liegestühlen, feinem Sand, Cocktails und Street-Food gedanklich auf die Copacabana. Der Eintritt ist frei und durch die Lage direkt bei der U1-Station Donauinsel perfekt für spontanes Sonnenbaden – vom Stephansplatz bis zur Donauinsel fährt die U-Bahn nur sechs Minuten. Stand-Up-Paddel, Kanus und ein Kletterpark laden zu sportlichen Aktivitäten ein. Sportler sieht man eigentlich immer auf der Donauinsel. Das ganze Jahr joggen, skaten und radeln die Menschen die 21 Kilometer lange Insel auf und ab. 50 treibende Wasserinseln sowie Kiesel- und Wiesenstrände erleichtern den Einstieg ins Wasser. Wundern darf man sich nicht, wenn mal ein Nackerpatzerl auf dem Fahrrad vorbeifährt. Die drei FKK-Bereiche gelten als die schönsten von ganz Wien und sind mittels Großbuchstaben „FKK“ auf dem asphaltierten Weg markiert.

Dass die Donauinsel eines Tages zum Freizeitparadies wird, darauf hoffte man bereits bei ihrer Fertigstellung 1988. In erster Linie dient sie allerdings der Stadt zum Schutz vor Überschwemmungen. Seit 32 Jahren bewahrt sie die Wiener aber nicht nur vor Hochwasser, sondern auch vor Langeweile.

Text: Karoline Gasienica-Bryjak

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Gänsehäufel

Moissigasse 21, 1220 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Anfang bis Mitte Mai Mo - Fr, 09:00 - 19:00
    • Sa - So, 08:00 - 19:00
    • Mitte Mai bis Ende August Mo - Fr, 09:00 - 20:00
    • Sa - So, 08:00 - 20:00
    • feiertags, 08:00 - 20:00
    • Anfang September bis Mitte September Mo - Fr, 09:00 - 19:00
    • Sa - So, 08:00 - 19:00
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Strandbad Alte Donau

Arbeiterstrandbadstraße 91, 1220 Wien
  • Öffnungszeiten

    • Ende April bis Mitte Mai
      Mo-Fr 9-19, Sa-So 8-19
    • Mitte Mai bis Anfang September
      Mo-Fr 9-20, Sa-So 8-20
    • Anfang September bis Mitte September
      Mo-Fr 9-19, Sa-So 8-19
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Bundesbad Alte Donau

Arbeiterstrandbadstraße 93, 1220 Wien
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