Symphonisches Schrammelquintett Wien

Sie sind hier:

Faszination Wienerlied

Das traditionelle Wienerlied dreht sich stets um Themen wie Liebe, Tod, den Wein oder die Stadt selbst. Es ist Ausdruck des Urwienerischen und gibt auch jenen, die die deutschen Texte im Wiener Dialekt nicht verstehen, einen tiefen Einblick in das Wiener Lebensgefühl.

Wienerlied bei Festivals

Im besten Fall tauchen Wienerlied-Interessierte live in die Wiener Musikszene ein, denn dabei kommt das Publikum den Musiker:innen ganz nah. Gleich mehrere jährlich wiederkehrende Festivals präsentieren wienerische Töne, Melodien und Rhythmen, versammeln hochkarätige Künstler:innen und Ensembles und initiieren alljährlich neue Impulse in Richtung zukunftsweisender Wiener Musik:

Wienerlied live übers Jahr

Authentische Wiener Musik erklingt jeden ersten Montag im Monat beim Schrammel-Montag im Liebhartstaler Bockkeller, dem Sitz des Wiener Volksliedwerks in Ottakring. Die erste Halbzeit des Abends spielen die Neuen Wiener Concert Schrammeln Klassiker und Wiederentdeckungen der Wiener Instrumentalmusik, im zweiten Teil ist Platz für Gastmusiker:innen.

Hochwertige Wienerlied-Musik gibt es jeden Dienstag beim Heurigen Hengl-Haselbrunner (www.hengl-haselbrunner.at, www.wienerliedkunst.at) – auch das Zuhause der Sängerin Agnes Palmisano (hier im Interview), die das Wienerlied nuancenreich von der gestrigen Weinseligkeit in die Gegenwart führt. Sie ist auch führende Expertin und Interpretin des Wiener Dudlers. Dabei handelt es sich um eine Mischform von Jodler und Koloraturgesang, entstanden im 19. Jahrhundert, aufgenommen in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes in Österreich.

Wie so ein Dudler klingt, ist zu hören im Lied „Hob mi gean“ („Hab mich gern“; Palmisano/Zrost, featuring Daniel Fuchsberger und Andreas Teufel). Palmisano charakterisiert es so: „Humor, Ironie, Melancholie, Poesie und tiefe Liebe alles in einem Lied und dann noch ein Dudler zum Drüberstreuen.“

Hob mi gean

Wienerlied von Agnes Palmisano

Hob mi gean ("Hab mich gern") - Wienerlied von Agnes Palmisano, featuring Daniel Fuchsberger, Andreas Teufel

Agnes Palmisano über das Wienerlied:

„Wienerlied? Wiener Lied? Lieder aus Wien, untrennbar verbunden mit den Menschen, die hier leben, und mit dem, was sie bewegt, inhaltlich, musikalisch, poetisch. Mit einer guten Prise Humor und Abgründigkeit. Ungebrochen seit über 200 Jahren. Da kommt schon ein ganz besonderes Stimmungsbild zusammen.

Für mich lebt das Wienerlied von der Sprache, die Musik folgt dem Puls des Herzschlages und nicht dem Metronom, kann also manchmal schneller und dann wieder langsamer sein, ja sogar stehen bleiben. Und ein Dudler? Ein Dudler beginnt für mich dort, wo ich keine Worte mehr finde und die pure Emotion aus mir herausbricht.“

Playlist zum Reinhören

Neben dieser treffenden Beschreibung des Wienerlieds und des Dudlers hat Agnes Palmisano eine Playlist zusammengestellt  mit zwölf Wienerliedern, von alt bis neu, von traditionell bis die Grenzen des Genres sprengend:

Größen der Wienerlied-Musikszene

Junge, kreative Wienerlied-Interpret:innen entwickeln die um 1800 entstandene Gattung zeitgenössisch und höchst individuell weiter: Sie kokettieren mit Genres wie Jazz, Blues und Pop und entziehen sich allen musikalischen Schubladen. Hier einige Namen aus der (noch viele mehr umfassenden) Wiener Musikszene:

Künstler wie André Heller oder Roland Neuwirth waren die Vorreiter, jetzt sind etwa das Akustik-Duo Die Strottern oder die Band 5/8erl in Ehr’n mit ihrem Wiener Soul kreativ am Zug. Die Divinerinnen – sieben Top-Musiker:innen – finden neue Klänge in der Schrammelmusik. Voodoo Jürgens’ Markenzeichen sind seine schwarzhumorigen Texte im Wiener Dialekt, der Nino aus Wien schlägt raunzig-patzige Töne an. Ernst Molden ist ein tief in der Stadt verwurzelter Liedermacher. Der – wie viele andere – studierte Musiker Felix Kramer bringt Emotional-Wienerisches dar. Norbert Schneider ist ebenso genial wie nicht einzuordnen. Das Duo Wiener Blond fettet das Wienerlied mit Beatboxing, Loops und Pop auf. Und die Strizzirocker Wanda sowie die Glitzer-Popband Bilderbuch sorgen schon lange im In- und Ausland für gefüllte Hallen.

Begnadete Instrumentalisten sind sowohl der Akkordeonist Otto Lechner als auch Knopfharmonika-Virtuose Walther Soyka, jener oft im Trio mit Karl Stirner an der Zither und Martina Rittmannsberger an der Geige. Auch die Wiener Symphoniker verfügen über ein Ensemble für die Wiener Musik: das Symphonische Schrammelquintett Wien.

Wanda: Nix reparieren

Artikel bewerten

Lust auf mehr?