Gründer des Museum des Hinaufschauens: Magdalena Hiller und Gabriel Roland

Zurück zu:

Im Raufschaufieber

In Wien gibt es nicht nur in den altehrwürdigen Hallen der großen Museen Kunst zu sehen. Hier hängt die Kunst wortwörtlich überall in der Stadt an den Wänden ... Pardon ... an Hauswänden, um genau zu sein – aber leider bekommt sie nicht die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt.

Das finden zumindest Magdalena Hiller und Gabriel Roland und haben deshalb das Museum des Hinaufschauens (MdH) gegründet. Die beiden sammeln, archivieren und recherchieren fassadengebundene Wiener Kunst des 20. Jahrhunderts und teilen ihr Wissen auf Instagram mit ihren Fans und Followern. So sollen Mosaike und Sgraffiti (eine Technik, bei der Motive direkt in den Verputz eingearbeitet werden) nicht zuletzt auch vor ihrer Zerstörung geschützt werden.

1 von 3
Fassadenkunstwerk Neustiftgasse/Kirchengasse
An der Ecke Neustiftgasse/Kirchengasse versteckt sich...© Magdalena Hiller
Fassadenkunstwerk Neustiftgasse/Kirchengasse
... ein Fassadenkunstwerk.© Magdalena Hiller
Fassadenkunstwerk Neustiftgasse/Kirchengasse
Zelt des Kara Mustafa (1955) von Walter Behrens (1911-1999)© Magdalena Hiller

Achtung, raufgeschaut!

Ein Museum, das ohne Eintrittsgelder oder Öffnungszeiten auskommt? Ja, das gibt’s – und obendrein lernt man hier auch noch jede Menge über Wiens Geschichte dazu. Oder wussten Sie vielleicht, warum sich gerade im 7. Bezirk so viele Fassadenkunstwerke mit der Türkenbelagerung beschäftigen? Hiller und Roland haben recherchiert und herausgefunden, dass zu Zeiten der Zweiten Türkenbelagerung (1683) das Zelt des osmanischen Heerführers Kara Mustafa Pascha am St. Ulrichsplatz stand. Juwel entdeckt, Rätsel gelöst, Wissen gewonnen. Schön.

1 von 3
Fassadenkunstwerk Große Neugasse
Leider kann nicht jedes Fassadenkunstwerk...© Gabriel Roland
Fassadenkunstwerk Große Neugasse
... (trotz Signatur) eindeutig zugeordenet werden.© Gabriel Roland
Fassadenkunstwerk Große Neugasse
Hier hoffen Hiller und Roland auf die Unterstützung und das Wissen ihrer Community. Denn jeder kann selbst beim Museum des Hinaufschauens mitmachen.© Gabriel Roland

#raufschauen und mitmachen

Es ist wirklich erstaunlich, was man so alles entdeckt, wenn man beim Spazierengehen auch mal nach oben schaut.

"Anstatt auf Ringstraßenpalais finden sich die Prunkstücke der Fassadenkunst auf den Bauten des kommunalen Wohnbaus", so Gabriel Roland.

Selbsternanntes Ziel des MdH ist es, eine umfassende Datenbank mit Hintergrundinformationen anzulegen, die nahezu jedes baugebundene Kunstwerk in der Zeitspanne zwischen 1919 bis 1989 erfasst. Um dieses Ziel auch zu erreichen, bauen die beiden Gründer auf die Hilfe ihrer Community aus allen Grätzeln der Stadt. Jeder kann also Teil der Raufschau-Community werden.

Und so einfach funktioniert’s: Bild eines Fassadenkunstwerks auf Instagram mit dem Hashtag #raufschauen versehen oder das Museum des Hinaufschauens taggen (@raufschaumuseum). Die beiden Museumsgründer freuen sich jetzt schon auf zahlreiche Einsendungen.

1 von 3
Gründer des Museum des Hinaufschauens: Magdalena Hiller und Gabriel Roland
Gegründet wurde das MdH von Magdalena Hiller und Gabriel Roland.© Niko Havranek
Fassadenkunstwerk Grinzinger Straße 104
Magdalenas neuestes Highlight ist ein Fassadenjuwel in Wien Döbling (19. Bezirk) – eine Kanu-Flussszene an der Grinzinger Straße 104.© mir.2.33
Fassadenkunstwerk Oelweingasse
Gabriels Lieblingskunstwerk ist die Farbflächenkomposition des Keramikers Alfred Kirchner am Ernst-Papanek-Hof in der Oelweingasse.© Gabriel Roland

Da bekommt man richtig Lust, gleich selbst auf Erkundungstour zu gehen. Also, nichts wie raus – und raufschauen nicht vergessen!

Lust auf mehr?