Zentralfriedhof Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus

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Wiener Zentralfriedhof

Der 1874 eröffnete Wiener Zentralfriedhof ist viel mehr als eine letzte Ruhestätte. Rund zwei Quadratkilometer groß, handelt es sich um den zweitgrößten Friedhof Europas. Dementsprechend tut sich hier eine Parallelwelt auf, die an Abwechslung kaum zu überbieten ist. Beeindruckend sind nicht nur die Grabanlagen. – Darunter viele Ehrengräber von weltbekannten Musikern wie Johannes Brahms, Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, aber auch Falco und Udo Jürgens. Mit der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus wartet eine der schönsten Jugendstilkirchen Wiens. Arkadengrüfte, Mausoleen und bizarr anmutende Monumente schaffen eine einmalige Atmosphäre, die auch für ein gewisses Gruseln sorgt. – Willkommen an einem ganz besonderen Wiener Ort!

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Falco-Grab am Wiener Zentralfriedhof
Fotograf Paul Bauer hat die Stars des Zentralfriedhofs in Szene gesetzt. Eines der meistbesuchten Gräber ist jenes des Rockstars Falco (gest. 1998).© WienTourismus/Paul Bauer
Johann Strauss' Grab am Zentralfriedhof
Symbole auf dem Grabmal von Walzer-Superstar Johann Strauss II. (gest. 1899): eine Fledermaus für die gleichnamige Operette, ein Walzer tanzendes Paar für seine Tanzmusik.© WienTourismus/Paul Bauer
Grab von Udo Jürgens am Wiener Zentralfriedhof
Im Tod wie im Leben eine Bühnenszenerie: Zu Udo Jürgens (gest. 2014) gehört ein weißes Klavier.© WienTourismus/Paul Bauer
Grab von Hedy Lamarr am Wiener Zentralfriedhof
Das Grabmal einer Hollywood-Ikone und Erfinderin: Hedy Lamarrs (gest. 2000) Portrait in 3D. Dahinter die bekrönte Katze von Manfred Deix (gest. 2016).© WienTourismus/Paul Bauer
Grab von Franz West am Wiener Zentralfriedhof
Franz Wests (gest. 2012) Kunst polarisiert noch heute.© WeinTourismus/Paul Bauer
Grab von Maria Lassnig am Wiener Zentralfriedhof
Maria Lassnig (gest. 2014): international gefeierte Malerin, Grafikerin und Medienkünstlerin.© WienTourismus/Paul Bauer

Paradies der Tiere

Doch vor allem lieben die Wiener den Zentralfriedhof aufgrund seiner Qualitäten als Naherholungsgebiet. Der Friedhof ist ein Naturparadies und perfekt für ausgedehnte Spaziergänge. Genauso beliebt ist der Zentralfriedhof bei Joggern. Auch das Radfahren ist erlaubt. – Und mit etwas Glück kann man hier ganz besonderen Bewohnern begegnen. Denn wenn es im Gebüsch raschelt, dann muss sich niemand vor Untoten fürchten: Der Zentralfriedhof ist Lebensraum von Rehen, Feldhamstern, Eichhörnchen, Dachsen, Mardern, Turmfalken und vielen weiteren Tierarten, die das riesige Areal genauso schätzen wie die Wiener.

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Ein Reh steht zwischen Grabsteinen am Wiener Zentralfriedhof
© GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Zentralfriedhof
© WienTourismus/Gregor Hofbauer
Zentralfriedhof
© WienTourismus/Gregor Hofbauer
Zentralfriedhof
© Friedhöfe Wien
Rehe am herbstlichen Zentralfriedhof
© WienTourismus/www.wienerwildnis.at
Zentralfriedhof alter jüdischer Teil
© WienTourismus / Stefan Csáky
Ansicht des Beethoven Grabs am Wiener Zentralfriedhof
© WienTourismus/Gregor Hofbauer
Ehrengrab von Udo Jürgens am Wiener Zentralfriedhof
© WienTourismus/Gregor Hofbauer
Zentralfriedhof Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus
© WienTourismus/Gregor Hofbauer

Den Friedhof Tor für Tor erkunden

Vom Stadtzentrum kommend passiert man das 1. Tor. Hier befindet sich der Zugang zur alten Israelitischen Abteilung, einem mit üppigem Grün durchsetzten Gräberfeld mit vielen architektonisch interessanten Denkmälern und Gräbern prominenter jüdischer Persönlichkeiten. In Gruppe 5b sind u. a. Arthur Schnitzler und Friedrich Torberg begraben. Entlang der Friedhofsmauer gelangen Besucher zum Hauptportal (2. Tor), 1905 von Max Hegele im Jugendstil errichtet.

Durch das Hauptportal geht man geradeaus auf die von einer großen Kuppel gekrönte Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus zu und findet links und rechts dieses Hauptweges (Gruppen 32a und 14a sowie 32 c und 14c) die wahrscheinlich größte Anlage von Ehrengräbern der Welt. Hier sind unter vielen anderen (Gruppe 32a:) die Gräber von Gluck, Beethoven, Schubert, Hugo Wolf, Johann Strauss Vater und Sohn, Lanner, Brahms, (Gruppe 32c:) Arnold Schönberg, Hans Moser, Robert Stolz, Theo Lingen und Curd Jürgens.

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Video über Herbst am Wiener Zentralfriedhof

Von Politik bis Jazz

Direkt vor der Gedächtniskirche liegt die Gruft, in der die verstorbenen Bundespräsidenten seit 1945 (Renner, Körner, Schärf, Jonas) bestattet sind. Mozart erhielt ehrenhalber ein Grabdenkmal (Gruppe 32a); sein Grab ist aber auf dem Friedhof St. Marx. In der Nähe von Jazzpianist Joe Zawinul und Schauspieler Fritz Muliar hat im Frühjahr 2015 die Urne des Sängers, Pianisten und Komponisten Udo Jürgens, geborgen in einem weißen Marmor-Konzertflügel, ihren letzten Ruheplatz bekommen (Gruppe 33g).

Schräg gegenüber dem Hauptportal, auf der anderen Seite der Simmeringer Hauptstraße, steht das 1922 von Clemens Holzmeister in sehr eigenartiger Architektur errichtete Krematorium. An der Friedhofsmauer weiter entlangfahrend kommt man (Straßenbahnendstation) zum 3. Tor (Nebeneingang), zum 4. Tor (Evangelischer Friedhof) und zum 5. Tor (neue Israelitische Abteilung, seit 1928).

Seit Oktober 2014 ist auf dem Zentralfriedhof auch das Bestattungsmuseum untergebracht.

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Bestattungsmuseum
© WienTourismus/Gregor Hofbauer
Zentralfriedhof
© WienTourismus/Gregor Hofbauer
Ansicht des Zentralfriedhofs Gräbern und Joggerin
© WienTourismus/Gregor Hofbauer

Smartphone-Audioguide

Entdecken Sie den Zentralfriedhof mit „Friedhof To Go" – jederzeit und in über 20 Sprachen. Folgen Sie einem der geführten Themenrundgänge: vom kompakten Spaziergang in rund 45 Minuten bis zur ausführlichen Entdeckungstour. Oder streifen Sie frei über das Gelände und lassen sich zu den rund 1.000 Ehrengräbern navigieren, die im Audioguide verzeichnet sind - von Beethoven und Schubert bis Falco und Udo Jürgens. Unterwegs erzählt „Friedhof To Go" die Entstehungsgeschichte des Friedhofs, erklärt die Jugendstil-Architektur rund um die Friedhofskirche und beschreibt die besondere Tier- und Naturwelt zwischen den Gräbern. 

Zum Audioguide

Smartphone mit dem Audioguide „Friedhof To Go“, das eine Tour mit Route durch den Wiener Zentralfriedhof zeigt.
© Friedhöfe Wien

Infos & Geheimtipps

  • Einen Infopoint mit Plänen und der Möglichkeit zur Gräbersuche finden Sie bei Tor 2 auch im neuen Standort der Konditorei Oberlaa. Das Café hat während der Friedhofsöffnungszeiten geöffnet.
  • Geheimtipp 1: Von Oktober bis März werden am Zentralfriedhof auch interessante Nachtführungen angeboten, die es den Teilnehmer:innen ermöglichen, den Friedhof mit Taschenlampen im Dunkeln zu erkunden und schaurige Geschichten zu erfahren.
  • Geheimtipp 2: Auch Fiakerfahrten sind am Zentralfriedhof möglich. Der Standplatz beim Tor 2 ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr besetzt. Die Tour beinhaltet zahlreiche Ehrengräber prominenter Wiener Persönlichkeiten (Mozart, Schubert, Beethoven, Hans Moser, Falco, Adolf Loos u.v.a.) und bringt Besuchern auch die Naturschönheiten des Friedhofs näher. Die kleine Rundfahrt dauert 30 Minuten, die große 60 Minuten. Gefahren wird von Anfang April bis Ende Oktober. Reservierungen von Montag bis Mittwoch möglich unter Tel. +43-(0)699-181 540 22, Infos: www.fiaker-wulf.at

Zentralfriedhof

Öffnungszeiten
03. November bis Ende Februar
  • täglich, 08:00 - 17:00
März
  • täglich, 07:00 - 18:00
April bis September
  • täglich, 07:00 - 19:00
Oktober bis 02. November
  • täglich, 07:00 - 18:00

Von Mai bis August hat der Friedhof jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet.

Barrierefreiheit
    Haupteingang

    stufenlos

    Weitere Informationen

    Assistenzhunde erlaubt

    Barrierefreies WC

    Anmerkungen

    Ehrengräber: Haupttor (II. Tor), Zufahrt mit dem PKW auf den blau markierten Wegen möglich, mit Behindertenausweis unentgeltlich. Einfahrtskarte kann beim Infopoint (Tor II) beantragt werden. Barrierefreies WC bei Halle 3 (Euroschlüssel), in der Friedhofskirche (Euroschlüssel), in der Verwaltungskanzlei (Rampe, nur während der Kundenverkehrszeiten). Schotterwege!

Öffnungszeiten der Kirche:
März bis Oktober: 8 - 17 Uhr
November bis Februar: 8 - 16 Uhr

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